Sonntag, 12. September 2021

Alle Jahre wieder - Warum ist Hallstatt ein bewahrens- und erforschenswerter Ort?

Ein Jahr später und ich bin wieder im Bergwerk in Hallstatt. Die Arbeiten im Christian-von-Tusch- Werk haben nach Beendigung der letzten Kampagne Pause gemacht und geduldig auf uns gewartet. Umso ungeduldiger hatte ich gewartet, hier wieder zwei Wochen voller unglaublicher Funde, spannender Diskussionen und wunderschöner Natur zu verbringen.

Viele Meter unter der Erde, umgeben prähistorischem Betriebsabfall
- aber wozu? (Foto: D. Brandner - NHM Wien)

Frei nach Simonys Reiseberichten zum Dachsteinplateau: Die Zeit hier wirkt immer, wie aus der Welt gegriffen.
Abends, wenn man ins Hochtal aufgeht, streicht einem der kühle Plassenwind um die Nase und der Duft vom Bergwerk liegt schon fast in der Luft. Der Mars scheint hell in der Nacht und wenn man Glück hat, wird man von einem Steinkauz begrüßt. Letztes Jahr schrien noch zwei um die Wette. Doch anscheinend hat einer das Hochtal für sich behauptet und der andere musste weiterziehen. Ein glücklicher Vogel, der hier leben kann.

Das Hallstätter Hochtal bei Nacht - die Zeit des Käuzchens.
 (Foto: D. Brandner - NHM Wien)


Dies und all die anderen faszinierenden Eindrücke des letztes Jahres hatte ich natürlich Zuhause Freund*innen erzählt. Wir können hier rekonstruieren, wie die Bergleute vor bis zu 3000 Jahre gelebt und gearbeitet haben. Wir wissen, was sie gegessen und wie sie sich gekleidet haben. Wir können Teile ihres Alltags verstehen und wir können feststellen, dass sie schlaue und einfallsreiche Personen waren, die für fast jedes Problem eine innovative und praktikable Lösung gefunden haben.
Dieses so gut konservierte Fenster in die Vergangenheit ist für mich absolut begeisternd. Für die Mutter einer Freundin, der ich von meiner Arbeit hier erzählte, eher nicht. Sie fragte direkt: "Ja und was bringt uns das heute? Warum macht ihr das überhaupt? Weiß man denn nicht schon genug? Warum ist Hallstatt ein bewahrens- und erforschenswerter Ort?"

Für mich war der Grund Archäologin zu werden die Neugier. Ich wollte wissen, wie Leute in der Vergangenheit gelebt haben, wo wir herkommen und wie sich unsere Gesellschaften und Kulturen entwickelt haben. Aber was bringt es die Menschheit weiter, zu verstehen, wie an irgendeinem Ort in den Alpen von circa 3000 Jahren Salz abgebaut wurde? Warum sollten wir Jahr für Jahr in Stollen herumkriechen und kübelweise Gatsch bewegen? Da reicht reine Neugier irgendwann als Rechtfertigung nicht mehr aus. Es gibt aber auch sehr viele, sehr sinnvolle Antworten auf diese Frage.

Eine liegt darin, dass die Menschen hier nicht nur VOR 3000 Jahre Salz abgebaut haben, sondern auch kontinuierlich FÜR mehrere Jahrhunderte. Es können durch archäologische Untersuchungen und die Analysen der verschiedenen Umweltarchiven mehrere Katastrophenereignisse gefasst werden, die die Abbaukammern völlig verfüllten und auch Übertage einiges zerstörten. Doch die Hallstätter ließen sich nicht vertreiben und bauten innerhalb weniger Jahre an einer anderen Stelle wieder Salz ab. Es handelte sich hier also um einen Industriebetrieb, der scheinbar über mehrere Jahrhunderte hinweg stabil ist und zudem resistent gegenüber Umweltkatastrophen war. Zu verstehen wie dies möglich ist wäre doch gerade in Anbetracht der Wetterlagen dieses Sommers eine gute Antwort.

Eine weitere schöne Antwort ist, dass man in Hallstatt die älteste Einwegverpackung der Welt finden kann. Vieles, was für den Transport verpackt wurde, wurde mit Bastschnüren verschnürt, die danach weggeschmissen wurden. Damit könnten Ansätze gefunden werden, wie wir das Plastikmüllproblem verbessern können.

Im Hochtal von Hallstatt findet über Jahrtausende hinweg ein sehr intensiver Abbau von Salz statt und heute wirkt es auf den ersten Blick wie ein wunderschöner Flecken Natur. Die Art und Weise, wie hier während des Betriebes mit der Umwelt umgegangen wurde, hat diese nicht völlig zerstört, so wie es heute von modernen Industriebetrieben bekannt ist. Auch um zu verstehen, wie dies funktionierte, lohnen sich intensive Forschungen.

Hier in Hallstatt kann man erfahren, vor welche Herausforderungen die Menschen in der Vergangenheit gestellt wurden und wie sie diese gelöst haben. Die gleiche Gesellschaft hat hier über hunderte Generationen gearbeitet, hat ihre Methoden verbessert und sich durch Umwelt- und andere Katastrophen nicht vertreiben lassen. Sie haben, trotz widrigster Umstände (der kühle Plassenwind in der Nacht ist wirklich kühl) Jahrhunderte lang nicht nur überlebt, sondern sich zu einer der reichsten Kulturen ihrer Zeit entwickelt. Um zu verstehen, wie sie das geschafft haben, lohnt es sich, jeden Tag in einen Stollen zu kriechen und sich stundenlang durch Gatsch zu wühlen.                                    

Die Autorin an der Funndrutsche, hin und weg vom
gatschigen Fundmaterial. (Foto: D. Brandner - NHM Wien)

Das waren ein paar der möglichen Antworten, warum es sich lohnt, hier immer weiter zu forschen. Leider sind meine zwei Wochen schon wieder vorbei. Jetzt heißt es für mich „pfüat eich“ zum Bergwerk und zu Hallstatt zu sagen. Bis zum nächsten Jahr.


von Svenja Pohl 

 





Mittwoch, 8. September 2021

Das Welterbe bewahren, erforschen und sichtbar machen - Archäologie am Berg 2021

Das Naturhistorische Museum Wien und die Salzwelten Hallstatt laden am Samstag, 18. und Sonntag, 19. September 2021, von 10.00–17.00 Uhr zur Archäologie am Berg 2021 ein.

Präsentation der Forschungsarbeit in der NHM Wien-Außenstelle in Hallstatt / Alte Schmiede 7.000 Jahre Salz haben eine ganze Region geprägt und eine einmalige Industrie- und Kulturlandschaft entstehen lassen.Wissenschaftler*innen des NHM Wien und ihre Kooperationspartner stellen die aktuellen Forschungsergebnisse um das älteste Salzbergwerk der Welt vor.
Tauchen Sie ein in die Mensch-Umweltgeschichte, heute genauso aktuell wie vor 3.000 Jahren!

Geschichtsbücher im Boden: Erfahren Sie, wie Moore und Seeablagerungen gelesen werden und sehr detailliert die „Salzgeschichte“ erzählen.

Seit Jahrtausenden dasselbe: Verbrauch, Produktion, Rohstoffe, Arbeitskraft, Transport – Auch Ressourcenverknappung und nachhaltiges Wirtschaften begleiten die Salzgeschichte von Anfang an.

Der lange Weg der Funde: Seien Sie bei allen Arbeitsschritten – von der Bergung im Stollen bis zur Präsentation in der Vitrine – dabei.

Digitale Archäologie: Erleben Sie, wie Laserscanner und CT in der Archäologie eingesetzt werden und lassen Sie sich mit Kugelpanoramen und 3D Modellen in die Welt der prähistorischen Bergleute entführen.

Erleben Sie die Welt des Bergbaus und erfahren Sie, wie Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen das Salzbergtal, die prähistorischen Bergwerke und ihr Umfeld erforschen und vermitteln und wie die archäologischen Fundstellen Unter Tage in einem groß angelegten Projekt saniert und für kommende Generationen bewahrt werden.

Eine Veranstaltung zum Mitmachen, Ausprobieren und Entdecken für Familien und alle Interessierten. Sehen, hören, testen und staunen!

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. 
Wir freuen uns Sie/euch bald begrüßen zu dürfen! 




Sonntag, 5. September 2021

Bergwärts in den tiefen Norden - Der Nordvortrieb 2021

Archäologen bei der gründlichen
Freilegung und Reinigung der Hölzer
des Versturzes in beengtem Raum.
(D. Brandner - NHM Wien)
Schon in den Jahren 2015 bis 2019 wurde im Nordvortrieb des Christian-von-Tuschwerkes ein Querschnitt durch den bronzezeitlichen Betriebsabfall angelegt, bei dem es galt, die Ausmaße des Selbigen zu erforschen. Dabei konnte das obere Ende der Halde und somit der letzte Begehungshorizont der Bergleute vor Aufgabe der Abbaukammer erreicht und freigelegt werden (wir berichteten). Im Vorjahr konnte durch Prospektionsbohrungen die Decke, die Firste, der Kammer entdeckt werden. Aktuell können wir eine Höhe dieses Abbauraumes von über 15 m nachweisen. Das entspricht einem 5-stöckigem Haus (siehe Grafik). 

Das untere Ende (die Sohle) sollte nun als nächstes gesucht werden. 
Wie immer ist auch die Gewinnung von Dendrochronologie-Proben für eine genaue Rekonstruktion der zeitlichen Abfolge der Fundstelle ein Ziel.

Bereits in den 2000er Jahren wurden Versuche unternommen die Sohle zu ergraben. Diese wurden aber vorläufig eingestellt, da große Grubenhölzer das Vorankommen erschwerten. Dieser ca. 2 m abgetiefte Bereich, das Gesenk, wurde 2020 wieder aufgefahren. 

Nachdem alte Verzimmerungsreste und nachgefallenes Bergmaterial entfernt wurden, konnten neue Schraubstützen zur Absicherung des Forschungsstollens gesetzt und eineFörderrutsche mittels Windenzug eingerichtet werden.



Ein Querschnitt dirch das Forschungsstollensystem mit den zwei
aktuellen Untersuchungsstellen (in rot hinterlegt). Die rechte Stelle
 zeigt das Gesenk im Nordvortrieb. (Grafik: D. Brandner - NHM Wien)

Daraufhin galt es den ehemaligen Stollen des Gesenks zu verbreitern, da er in den vergangenen 15 Jahren durch den Bergdruck erheblich schmäler geworden war. Um bis zu 30 cm pro Seite musste nachgerissen werden. Dabei konnten wir auch wieder einige Werkzeugfragmente, unter anderem von Pickelschäftungen und Sortierschwertern, des bronzezeitlichen Bergbaus auffinden. 

Ein Fragment einer gebrochenen
Pickelschäftung. Auf die Zinken
des Kopfeswurde eine Pickelspitze
ausBronze gesteckt.
(Foto: D. Brandner - NHM Wien)

Das abgehackte Stück eines dicken Seils, aus
 Lindenbast. (Foto: D. Brandner - NHM Wien)

Ein Sortierschwert für die Trennung von Salz und taubem
Gestein. (Foto: D. Brandner - NHM Wien)


Das Digitale Höhenmodell ist das Ergebnis langer
Grabungs- und Dokumentationsarbeit und
veranschaulicht gut die Situation im
Gesenk des Nordvortriebs.
(Grafik: D. Brandner - NHM Wien)

Hier fanden sich auch Spuren eines Vortriebs aus dem 18. Jahrhundert, von dem ein barockes Sohlbrett sowie ein großer Keil beim Nachreissen entdeckt werden konnten. Bereits 1999/2000 fand man in diesem Bereich Holzschwellen und barocke Stempelhölzer - das sind für die Stabilität der Stollen eingesetzte Baumstämme und Hölzer - des „alten Grubenoffens“, der vor 1748 angelegt worden war. 

Runde prähistorische Grubenhölzer einer Versturzsituation wurden in diesem Bereich im 18. Jahrhundert abgehackt und auch ein dickes Lindenbastseil hatte man gekappt. Dieses Seil gleicht an Dimension und Machart dem bereits bekannten, 12 m langen Förderseil aus derselben Abbaukammer und ist erst das zweite Lindenbastseil dieser Größe aus dem Christian-von-Tuschwerk.

Die Rundhölzer des prähistorischen Versturzes haben Durchmesser von 5-25 cm und wurden gründlich gereinigt, um ihre Formen und Ausrichtung bestmöglich dokumentieren zu können.   

Die Jahrringdatierung von zwei Hölzern an dieser Stelle des Vortriebs ergaben das Datum 1155 vor Christus. Damit ist dieser Bereich nicht nur der tiefste sondern auch einer der ältesten in der Fundstelle Christian-von-Tuschwerk.

Gewinnung einer Bohrkernprobe für die Datierung 
anhand der Jahrringe.
(Foto: D. Brandner - NHM Wien)



In der Kampagne 2021 soll nun das Gesenk, bis zum Ende des Nordvortriebs auf die Höhe des Holzversturzes erweitert werden. So hoffen wir, die Versturzreste möglichst großflächig dokumentieen zu können. Dabei werden wir auch der Sohle (dem originalen Boden der Abbaukammer) weiterhin folgen, um den Querschnitt durch den bronzezeitlichen Betriebsabfall bis zu seinem unteren Ende fassen zu können. Das soll uns helfen, die größe der ursprünglichen Abbaukammer, die Organisation, die Arbeitsabläufe aber auch den Alltag der prähistorischen Bergleute besser fassen und verstehen zu können.

Wir freuen uns auch weiterhin auf spannende Ergebnisse der Grabung!

Von Chrisoph Jezek 

                                                

 



Sonntag, 29. August 2021

Übers Graben, Planen und Konservieren - Wir sind wieder in Hallstatt!

Wie jedes Jahr sind wir auch heuer mit Mitte August wieder in eine neue Grabungskampagne im prähistorischen Salzbergwerk im Hallstätter Hochtal gestartet. Und das auch wieder mit vielen neuen und alten Fragen zum Leben der Menschen in den vergangenen 7000 Jahren, ihrer Arbeitsweise, Technologie, ihrem Umgang miteinander und dem mit ihrer Umwelt.

Blick auf Hallstatt und das darüberliegende Hochtal
über den Hallstättersee. (Bild: D. Brandner - NHM Wien)

Dafür will aber auch einiges vorbereitet sein und so war es Ziel dieser Woche die Fundentsalzungs- und Sclämmanlagen wieder aufzubauen und in Betrieb zu nehmen, im Bergwerk alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, unser Werkzeug an die heurigen Grabungsstellen zu bringen und zu planen, wie es bis Anfang Oktober weitergehen wird. 

Die "alte" und "neue" Fundentsalzungs- und Schlämmanlage sind
wieder aufgebaut und in Betrieb. (Bild: D. Brandner - NHM Wien)

Das Grabungswerkzeug für den Berg wird auf den "Hunt" geladen.
 (Bild: V. Laaha - NHM Wien)

Auf Rollen werden die Materialien in
den Berg zu unserer Fundstelle gebracht.
(Bild: V. Laaha - NHM Wien) 

Im Fokus unserer Untersuchungen steht dabei wieder die bronzezeitliche Fundstelle Christian-von-Tuschwerk. Dort wird die Ausdehnung einer prähistorischen Abbaukammer durch die Erweiterung der Forschungsstollen und Anlegen von Prospektionsbohrungen weiter untersucht. Insbesondere werden wir einen im Vorjahr freigelegten Holzversturz in den ältesten bislang erschlossenen Bereichen des bronzezeitlichen Betriebsabfalls weiter freilegen.

Was ist passiert, wie geht es weiter - Besprechung der Situation
in der Fundstelle. (Bild: V. Laaha - NHM Wien)
 
Außerdem haben wir auch heuer wieder neue Gesichter - die zu Praktikant*innen gehören - dabei, die im Laufe der nächsten Wochen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse bei uns erzählen werden. Wie ein solches Praktikum in Hallstatt ausschauen kann, haben auch zum Beispiel Julia, Svenja oder auch Jonas in den letzten Jahren geschildert. 

Was ist passiert, wie geht es weiter - Besprechung der Situation
in der Fundstelle. (Bild: V. Laaha - NHM Wien)

Doch nicht nur in Hallstatt selbst herrscht geschäftigs Treiben, auch Projekte, die uns die (Ur-)Geschichte der Großregion um den Dachstein, sowie der Besiedlung des Dachsteinplateaus selbst näher bringen sollen, halten uns beschäftigt und versprechen spannende Erkenntnisse. 

Vorbereitungen für die Untersuchungen am Dachsteinplateau.
(Foto: D. Wieser - NHM Wien)

Wie läuft also eine Grabung im Bergwerk ab? Was passiert mit den Funden, wenn sie aus dem Berg kommen? Wie bohrt man in der Bronzezeit Löcher? Verschmutzten die Hallstätter in der Urgeschichte ihre Umwelt? 
Diese und viele weitere Fragen wollen wir uns mit Ihnen/euch gemeinsam stellen. Dazu laden wir auch alle Besucher*innen der Salzwelten ein, bei uns in der Außenstelle "Alte Schmiede" vorbeizukommen und uns bei der Arbeit über die Schulter zu sehen. Die Ergebnisse, Erkenntnisse und Fortschritte unserer Forschungen am und um den Salzbergbau in Hallstatt werden dabei wieder im Rahmen der "Archäologie am Berg" vorgestellt werden. Diese findet diesmal - etwas später als gewohnt -  am 18. und 19. September rund um die Außenstelle des Naturhistorischen Museums am Hallstätter Salzberg statt. 

Was ist passiert, wie geht es weiter - Besprechung der Situation
in der Fundstelle. (Bild: V. Laaha - NHM Wien)

Bis dahin kann man unsere Grabung und Tätigkeit hier auf dem Stiegenblog verfolgen, wo wir auch herzlich dazu einladen durch unsere letzten Grabungen, Projekte und Artikel zu schmökern! 

Glück auf - das Hallstatt-Team
 
                                                                                
                                                                   von Valentina Laaha, Daniel Brandner und Hans Reschreiter 

Dienstag, 17. August 2021

Das zweite Fellboot sticht in See!

– Fernhandel in der Urgeschichte/Ostalpenraum/Hallstatt/Hallstätter See/Salz/Salzbergbau/ Salzhandel/Salztransport/Fellboote/Coracles/Leichte Boote/Bronzezeit/Eisenzeit/Wasserwege/ Traunschifffahrt/Experimentelle Archäologie/Rohhaut/Flechtwerk/Bootsbau/Bootsfahrt –  

Rekonstruiertes Fellboot. (Fotografin: L. Holler)

Etwa 1000 bis 1300 kg Steinsalz verließen während der Bronze- und älteren Eisenzeit jeden Tag das prähistorische Bergwerk Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut – wie Berechnungen und Computersimulationen des NHM, in Zusammenarbeit mit der TU Wien, ergaben. Jährlich müssten demnach ca. 400 t Salz ihren Weg vom Bergwerk zu den Konsument*innen gefunden haben (Naturhistorisches Museum Wien 2021, https://youtu.be/Z1-AVV6XGxE; Reschreiter, H., Kowarik, K. 2019). Nur wie? 

Auszugehen ist von einem weit verzweigten Fernhandelsnetzwerk zur Belieferung salzärmerer Regionen mit diesem für Mensch und Tier überlebenswichtigen Rohstoff. Das "weiße Gold" war schließlich unverzichtbar für die Konservierung von Fleisch- und Milchprodukten, für die Würzung von Speisen oder als Viehsalz und fand darüber hinaus z.B. in der Medizin, der Gerberei und der Metallurgie Verwendung (Stöllner 2002, 47). Auch der Einsatz von Salz als Zahlungsmittel ist denkbar. 
Die gewaltigen Fördermengen und der reißende Absatz, den das Hallstattsalz fand, erforderten eine ausgereifte Logistik im Transportwesen, die vom Aufwand her vermutlich den des Förderprozesses im Bergwerk übertraf (Naturhistorisches Museum Wien 2021, https://youtu.be/Z1-AVV6XGxE). Doch welche Wege nahm das Salz nun genau? Und welche Transportmittel kamen dabei zum Einsatz? 
 
Leider gibt es bis heute kaum präzise Antworten auf diese Fragen, denn durch den nahezu restlosen Verbrauch des Salzes sowie dessen Wasserlöslichkeit hat es die Zeit nicht überdauert. Auch die überwiegend aus organischen Materialien bestehenden Transportmittel hinterließen selten Spuren (Stöllner 2002, 57). Besonders naheliegend wäre jedoch der Transport des Salzes über den Wasserweg, das heißt über die Traun, in Richtung der Donau oder über die Salzach und den Inn. Belegbar ist die Verschiffung ostalpinen Salzes über diese Flüsse zumindest für das Spätmittelalter und die frühe Neuzeit (Stöllner 2002, 59). Mit hoher Wahrscheinlichkeit befuhr man sie auch schon in der Urgeschichte. Darauf deutet z.B. der Fundplatz von Traunkirchen am Traunsee hin, denn Letzterer stellte aus topographischen Gesichtspunkten die erste sichere Anlegestelle für von Hallstatt kommende Boote dar und barg viele Funde, die auf eine enge Handelsbeziehung zwischen beiden Orten während der frühen Hallstattzeit (Ha C) verweisen. Traunkirchen wird deshalb als bedeutender Umschlagplatz für Hallstattsalz interpretiert und untermauert, zusammen mit einer Häufung weiterer Fundstellen entlang der Traun, die Wasserweg-Theorie (Stöllner 2002, 62; Kowarik 2019). Ein anderes Indiz fand sich in Grab Nr. 44/1 der Nekropole auf dem Dürrnberg bei Hallein. Darin lag ein 6,6 cm langes Miniaturschiffchen aus dünnem Goldblech mit Löchern in der Bordwand, die zwei Rudern als Halterung dienten. Das berühmte Goldschiffchen vom Dürrenberg datiert in die Frühlatènezeit (Lt A) (Reitinger 1975, 383) und gilt als wichtiger Hinweis darauf, dass man in dieser Zeit das Salz aus Hallstatt mit kleinen, leichten Booten transportierte (Stöllner 2002, 62), die sich im Leerzustand vermutlich leicht wieder flussaufwärts tragen und von neuem befüllen ließen.  
 
Schwere Bootstypen oder Flöße aus Baumstämmen sind dagegen eher auszuschließen, da sie nur mit großem Aufwand wieder stromaufwärts hätten transportiert werden können. In diesem Fall hätte für jede zu verschiffende Salzladung ein neues Boot gebaut werden müssen. Mit Blick auf die Mengen benötigter Arbeitskräfte sowie das begrenzte Holzvorkommen vor Ort kann Letzteres wohl ausgeschlossen werden. Um die vorgestellte Theorie zum Salztransport mithilfe von kleinen Booten zu überprüfen, bedienten wir uns der experimentellen Archäologie. 

Seelöwenhaut-Floß im Archäologischen Museum von 
La Serena, Chile. (Fotografin: M. E. Skudelny)
Was tut man bei einem archäologischen Experiment? Meistens baut man etwas nach. Das ermöglicht eine detaillierte Rekonstruktion des Herstellungsprozesses und der Nutzungsmöglichkeiten von prähistorischen Objekten.  
In unserem Fall ging es darum, ein Boot nachzubauen, das sich für den regelmäßigen Transport schwerer Salzblöcke, z.B. über die Traun, eignet. Die Wahl fiel dabei auf ein einfaches Fellboot. „Fell“ ist hierbei die Bezeichnung für eine Rohhaut, von der Fett- und Fleischreste entfernt wurden, um die Verwesung des Materials zu unterbinden (McGrail 1998, 182).

Dieser Bootstyp ist aus verschiedenen Gründen besonders naheliegend: Einerseits kannte man ihn offenbar schon im Endpaläolithikum, wie ein etwa 10.000 Jahre altes Fellboot-Fragment (Höckmann1985, 9) der Ahrensburger Kultur aus Husum, Schleswig-Holstein, belegt (Ellmers 1980, 19) und zum anderen kannte man ihn fast überall auf der Welt. Nachgewiesen sind u.a. Seelöwenhaut-Flöße in Chile (McGrail 1998, 189). Von Columbien bis Argentinien bediente man sich der oft rahmenlosen, nur aus zwei Guanakohäuten hergestellten Pelotas. In Nordamerika und Grönland kannte man stattdessen sognannte Bullenboote, bestehend aus einer Büffelhaut über einem Korbrahmen, sowie Kajaks und Umiaks. Letzteren sehr ähnlich sind die Baidar und Baidarka, mit denen die Ureinwohner der Aleuten, Alaskas und Sibiriens den Nordpazifik befuhren (McGrail 2009, 412-413). 

Bullenboot der Sioux aus dem 20. Jh.  (Bild: S. McGrail, 
Ancient Boats in North-West Europe, The Archaeology of 
Water Transport to AD 1500 (London 1998), 180, Abb. 10.4) 
In Indien, China und der Mongolei verwendete man Flöße aus Ziegen-, Schaf-, Ochsen- oder Büffelhaut, in Tibet Yakhaut-Boote. Große Keleks aus bis zu 1000 Schwimmkörpern aus Schaf- oder Ziegenhäuten trieben ehemals über Euphrat und Tigris im Irak (McGrail 1998, 188), oft begleitet von sogenannten Guffas (mit Bitumen abgedichteten Rundbooten aus gebündeltem Schilf (McGrail 2009, 65)). Daneben dokumentieren Reliefs aus dem 1. Jt.v.Chr. eine Spannbreite von Wasserfahrzeugen, die von schlichten, luftgefüllten Hautsäcken, bis hin zu komplexen, aus mehreren Häuten bestehenden Fellbooten reicht, wie sie noch heute in Saudi-Arabien vorkommen (McGrail 2009, 67). Für Europa wären besonders die bronzezeitlichen Felsmalereien von Fellbooten in Skandinavien sowie die traditionellen irischen Currachs und die walisischen Coracles hervorzuheben.   

Großes Kelek und Guffas in Bagdad, 20. Jh. (Bild: S. McGrail, 
Boats of the World, From the Stone Age to Medieval Times 
(Oxford 2009), 64, Abb. 3.13)

Assyrischen Relief mit Fellboot-Darstellung, aus dem Palast 
des Sennacherib in Ninive, 7. Jh. v. Chr. (Bild: S. McGrail, 
Boats of the World, From the Stone Age to Medieval Times 
(Oxford 2009), 67, Abb. 3.15)

Gemäß dieser Aufzählung stehen die Chancen gut, dass Fellboote auch den Bergleuten aus Hallstatt nicht unbekannt waren. Zudem sind sie außerordentlich einfach zu bauen (im Falle der von uns gewählten Variante im Stil der walisischen Coracles genügt eine große Rohhaut und ein Geflecht aus Weiden- oder Haselruten) aber dennoch sehr leistungsfähig und vor allem leicht. So können z.B. tibetische Yakhaut-Boote zu Wasser 5 Personen transportieren, aber an Land von einem einzigen Mann getragen werden (
McGrail 1998, 185) – was das Überqueren von Landpassagen oder den Rücktransport der Boote stromaufwärts erheblich erleichtert. 
2019 wurde von einem Team des Naturhistorischen Museums Wien, unter der Leitung von Hans Reschreiter, schon einmal ein solches Fellboot gebaut und zu Wasser gelassen. Es schwamm ausgezeichnet und trug dabei ein stolzes Gewicht von ca. 150 Kilogramm (zwei erwachsene Personen). Dieses Jahr galt es, die Versuchsreihe fortzusetzen und ein Fellboot mit einer noch höheren Tragfähigkeit zu bauen! 
Wir - vier Studentinnen der Universität Wien, namentlich Lisa Holler, Margareta Elisabeth Skudelny, Seher Nur Turgut und Cara Jäger - haben uns für dieses Experiment, wieder unter der Leitung von Hans Reschreiter, zunächst in die Steiermark begeben. Auch vor Ort war stets ein Filmteam des Senders Servus TV, welches unser Projekt vom Bau des Bootes bis zu dessen Testfahrten im Hallstätter See begleitete.

Der Bootsbau

Am 29.04.2021 trafen wir uns in Reigersberg mit den Korbnäher*innen Harrit Karner und Erwin Jaworsky, um zusammen das Grundgerüst des Bootes herzustellen. Für dessen Abmessung haben wir einen Pflock in den Boden geschlagen, daran ein Seil befestigt und am Seil auf 72,5 cm Länge eine Markierung gesetzt. Dies sollte der Radius unseres Bootes werden. An der Markierung des straff gehaltenen Seils wurden jeweils im Abstand von 17,5 cm (abgemessen mithilfe eines Stöckchens in dieser Länge) 26 kurze Weidenruten in den Boden gesteckt. Et voilà! Man erkannte auf dem Rasen schon die späteren Ausmaße unseres Fellbootes. Der Ablauf des Bootflechtens wurde an die filmische Dokumentation eines Currachbaus von 1935 (https://youtu.be/aCWFDMnKLyM) angelehnt. Anschließend haben wir bereits im Winter geschnittene, kräftigere Weidenruten zurechtgestutzt und abgelängt. Diese sogenannten Staken wurden am dicken Ende mit der Axt angespitzt und an den markierten Stellen in den Boden getrieben.

Abmessen des Grundgerüsts. (Fotografin: S. Nur Turgut)

Einschlagen der Staken. (Fotografin: S. Nur Turgut)

Nun konnte mit dem Flechten des Korbrandes begonnen werden, der das entstehende Bootsgerüst stabilisieren soll. Hierzu entasteten wir weitere, etwas dünnere Weidenruten und begannen unter Anleitung der Korbnäher*innen mit je vier Ruten zu flechten, wobei pro Durchgang jede Rute über zwei Staken und unter zwei Staken hindurch gewunden werden musste. Sobald eine Weidenrute vollends eingeflochten war, „verlängerten“ wir sie mit einer weiteren Route. Dabei galt es zu beachten, dass man an ein auslaufendes, dünnes Rutenende nur das dünne Ende einer weiteren Rute anzulegen hatte, während ein auslaufendes, dickes Ende auch wieder mit dem dicken Ende einer neuen Rute verlängert werden sollte. Als der geflochtene Rand unseres werdenden Bootsgerüstes etwa auf Unterarmlänge angewachsen war, konnten die Staken ihrerseits umgebogen und an den Schnittstellen mit Streifen aus Rohhaut fixiert werden. Diese Hautriemen hatten wir parallel zum Flechtvorgang hergestellt, indem wir eine Rinderhaut abputzten und in dünne Streifen schnitten. 

Unser Korbrand wuchs an, während im Hintergrund schon mit 
den nächsten Arbeitsschritten begonnen wurde. 
(Fotograf: H. Reschreiter)
Herstellung von Riemen aus einem Stück Rinderhaut.
(Fotografin: S. Nur Turgut)

Einsatz der Riemen zum Verknoten sich kreuzender Staken. 
(Fotografin: S. Nur Turgut)

Während das Gerüst aus Weidenruten entstand, bereiteten wir auch schon unser großes Kuhfell vor, das später über Ersteres gestülpt werden sollte. Das Kuhfell musste wie schon die Haut für die Riemen „geputzt“ werden, das heißt wir bereinigten es mit Messern von allen Fett- und Fleischresten auf der Innenseite. Das Putzen der Kuhhaut dauerte über vier Stunden, in denen durchgängig eine bis fünf Personen gleichzeitig am Werk waren. Als wir diese Arbeit beinahe vollendet hatten, konnten wir die Kuhhaut dem inzwischen fertig gewordenen Korbgerüst schon einmal „anprobieren“. Dabei wurde die Haut auf dessen Maße zurechtgeschnitten.  

Reinigen des Kuhfells (Fotografin: C. Jäger)

Unser fertiges Korbgerüst (Fotografin:  C. Jäger)

Unsere „rosa Schildkröte“ bei der Kleideranprobe…
 (Fotografin: S. Nur Turgut)


Am Ende des Tages zogen wir das Bootsgerüst aus der Erde und kappten die Spitzen der Staken. Insgesamt hatte die Konstruktion des Korbes sechs Stunden in Anspruch genommen – allerdings waren hier auch immer nur etwa zwei Personen gleichzeitig am Werk, statt bis zu fünf, wie bei der sehr viel kräftezehrenderen Kuhhaut.

Später wurde die Form des Weidengeflechts von Hans Reschreiter noch leicht modifiziert. Mithilfe von Balken und Spanngurten senkte er den Korbrand ab und erzielte einen flacheren Boden sowie eine steilere Bordwand. Dadurch liegt das Boot besser im Wasser und hat zudem einen geringeren Tiefgang. Traditionelle walisische Bootsflechter*innen erreichen diesen flachen Boden schon während des Herstellungsprozesses, indem sie die Staken mit schweren Steinen niederdrücken (https://youtu.be/ aCWFDMnKLyM) und sie in diesem Zustand durch weiteres Geflecht fixieren oder aber erst den flachen Boden flechten und dann erst die Staken für die Bordwand nach oben umbiegen (Seymour 2000, 113).

Letzte Nachbesserung in Hallstatt. (Fotograf: H. Reschreiter)

Um unsere außen noch flauschige, braune Rohhaut vom Fell zu befreien, wurde sie anschließend eine Woche lang in Kalkwasser eingelegt. Danach konnten die Haare von Hans Reschreiter und Daniel Brandner mit Bronzemessern leicht entfernt werden.

Im enthaarten Zustand wurde die Haut wieder über das Korbgerüst gestülpt, um darauf zu trocknen. Bei diesem Vorgang nimmt die Haut die Form des Bootsgerüstes an und wird relativ steif. Etwa drei Wochen nach unserem gemeinsamen Arbeitstag in der Steiermark konnte die Rohhaut – wieder mittels Rohhautstreifen – am Korbgerüst festgenäht werden. Dabei wurden auch drei kleine Löcher in der Haut, die seit dem Schlachtvorgang darin waren, zugenäht und unmittelbar vor der ersten Bootsfahrt mit Butter abgedichtet.
Im vollendeten Zustand hat unser Boot nun einen Durchmesser von ca. 145 cm und ein Gewicht von rund 25 kg.

Probefahrt am Hallstätter See

Am 26.05.2021 haben wir uns wieder getroffen – diesmal am Hallstätter See, direkt unterhalb des prähistorischen Bergwerkes. Dort haben wir zunächst im kleineren Fellboot von 2019 Paddeltechniken geübt, die sich für Rundboote eignen. Sitzt nur eine Person im Boot erweist sich eine Achterschleifenbewegung des Paddels, mit dem man das Wasser unter dem Boot hindurch drückt und sich dadurch geradlinig vorwärts bewegt, als besonders effektiv. Bei einem zweiköpfigen Team kommt man auch mit zwei synchron bewegten Paddeln auf beiden Seiten des Bootes sehr flott voran. Trocknen und nächtigen durften wir dann in der "Alten Schmiede" – einer Außenstelle des NHM Wien, unmittelbar unter den Stollen des prähistorischen Bergbaus.

Am 27.05.2021 war es endlich soweit! Unser eigenes Boot konnte das erste Mal zu Wasser gelassen werden. Auch hier stand wieder das Kamerateam parat, um den zweiten Teil unseres Experimentes zu dokumentieren.

Zuwasserlassen des Fellbootes. 
(Fotografin: U. Pfeiler)

Wie erwartet (bzw. inbrünstig gehofft!) schwamm das Boot hervorragend und trug erstaunliche Lasten! Auf mehreren kleinen Fahrten variierten wir das Gewicht der Ladung. Zunächst fuhren nur zwei Personen (Hans Reschreiter und eine von uns Studentinnen) hinaus – und beobachteten wachsam, ob unsere mit Butter verschmierten Lecks auch dicht hielten. Im Folgenden beluden wir unser Fellboot mit Salzblöcken mit einem Gesamtgewicht von 100 kg und stiegen zu viert in das Boot, womit Letzteres über 350 kg trug!

Unser fertiges Fellboot kann auf dem Hallstätter See zum 
Ersten Mal seine Schwimmtüchtigkeit beweisen.
(Fotograf: H. Reschreiter)

Theoretisch hätten wir das Boot noch etwas schwerer beladen können, doch es lag bereits tief im Wasser und wäre mit noch mehr Gewicht anfällig für kleine Wellen gewesen, die leicht über die niedrige Bordwand hätten spritzen können. Ein Transport über die Traun wäre in diesem Zustand riskant.    
                                                                                    
Mit geringfügig verminderter Ladung sollte unser Boot aber wildwassertauglich sein – schließlich sind Fellboote aufgrund ihres geringen Tiefgangs von nur ca. 30 cm optimal zum Befahren flacher Gewässer, gleiten dank ihres federleichten, elastischen Baus aber auch auf sehr hohen Wellen (McGrail 2009, 183). Tatsächlich waren und sind sie sogar hochseetauglich, wie u.a. die Navigatio Sancti Brendani nahelegt, die uns vom irischen Mönch Brendan berichtet, der in einem Currach im 6. Jh. n. Chr. den Atlantik überquerte. Die Erzählung wurde lange als reine Fantasie abgetan, bis der britische Historiker Timothy Severin im Jahre 1976 experimentell bewies, dass es möglich war, in einem Currach von Irland nach Neufundland zu reisen – indem er genau dies tat (Capelle 1987, 132).

Wir sind darum optimistisch, dass unser Fellboot auch die Traun meistern wird – dies wäre selbstredend die nächste, noch ausstehende Etappe unseres Experimentes zum bronze- und hallstattzeitlichen Salztransport zu Wasser. Schritt für Schritt versuchen wir so die Lücken zu füllen, die Funde und Schriftquellen noch offenlassen.

Erkenntnisse

Ein Fellboot kann innerhalb von acht Stunden gebaut werden, wenn vier bis fünf Personen zusammenarbeiten – die Trocknung der Haut nimmt allerdings zusätzliche drei oder vier Wochen in Anspruch. Bei einer ungefähren Größe von 145 cm (d) x 47 cm (h) erreicht es eine Traglast von über 350 kg. Das Rundboot kann leicht von einer Person gepaddelt werden und lässt sich über Land gut tragen. Alle experimentell geprüften Aspekte sprechen für eine hervorragende Eignung zum Salztransport, womit wir die Möglichkeit, dass Letzterer mittels derartiger Boote stattfand, in Betracht ziehen können. Von den Coracles ist außerdem bekannt, dass das Gerüst aus Weide etwa vier bis fünf Jahre hält. Die Kuhhaut überdauert sogar Jahrzehnte, wenn sie nach der Nutzung wieder getrocknet wird.

Der Film zu unserem Projekt wird am 18.8. um 21.15 auf Servus TV in PM Wissen in Deutschland ausgestrahlt und am 19.8. um 20.15 in Österreich. Wir freuen uns schon auf die bewegten Bilder zu unserem Boot und bedanken uns bei Tim Rascher und seinem Team von Bilderfest für die tolle Zusammenarbeit. 

Wer sich jetzt von Fellbooten begeistern hat lassen kann sich auch auf den nächsten Blog zum Thema freuen, der sich mit leichten Booten aus aller Welt beschäftigen wird.

 

Verfasserinnen: Lisa Holler, Margareta Elisabeth Skudelny, Seher Nur Turgut, Cara Jäger 

Projektteam: Erwin Jaworsky, Harrit Karner, Lisa Holler, Margareta Elisabeth Skudelny, Seher Nur Turgut, Cara Jäger, Daniel Brandner, Hans Reschreiter 


Literatur

J. Armbruster, Ahoi! Der Stapellauf am Hallstätter See (2019), http://hallstatt-forschung.blogspot.com/2019/09/ahoi-der-stapellauf-am-hallstatter-see.html  (aufgerufen am 05.07.2021)

T. Capelle, Die Eroberung des Nordatlantiks, Archäologie am Rande des Meeres (Neumünster 1987)

D. Ellmers, Ein Fellbootfragment der Ahrensburger Kultur aus Husum, Schleswig-Holstein?, Offa 37 (Neumünster 1980)

O. Höckmann, Antike Seefahrt (München 1985)

S. McGrail, Ancient Boats in North-West Europe, The Archaeology of Water Transport to AD 1500 (London 1998)

S. McGrail, Boats of the World, From the Stone Age to Medieval Times (Oxford 2009)

K. Kowarik, Hallstätter Beziehungsgeschichten, Wirtschaftsstrukturen und Umfeldbeziehungen der bronze- und ältereisenzeitlichen Salzbergbaue von Hallstatt/OÖ. (Mit Beiträgen von Michael Grabner, Julia Klammer, Konrad Mayer, Hans Reschreiter, Elisabeth Wächter und Georg Winner), Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich 50 (2019)

Naturhistorisches Museum Wien, UNESCO Österreichischer Welterbetag Hallstatt 2021 (2021), https://youtu.be/Z1-AVV6XGxE (aufgerufen am 04.07.2021)

J. Reitinger, Das goldene Miniaturschiffchen vom Dürrnberg bei Hallein, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 115 (Linz 1975)

H. Reschreiter, K. Kowarik, Bronze Age mining in Hallstatt, A new picture of everyday life in the salt mines and beyond, Archaeologia Austriaca 103, 99–136 (2019), DOI: 10.1553/archaeologia103s99

J. Seymour, Vergessene Künste, Bilder vom alten Handwerk (Rheda-Wiedenbrück 2000)

Th. Stöllner, Salz als Fernhandelsgut in Mitteleuropa während der Hallstatt- und Latènezeit, in: A. Lang, V. Salač (Hrsg.), Fernkontakte in der Eisenzeit, Konferenz Liblice 2000 (Prag 2002)

Weiterführende Links

Maritimes Lexikon, Fellboot (2011), https://www.modellskipper.de/Maritimes/maritime_Begriffe_Deutsch_Abschnitt_F/Fellboot

Videos zu Fellbooten

I. Finkel, The Ark Before Noah: A Great Adventure (2016), https://youtu.be/s_fkpZSnz2I 

Look Around Ireland, Boyne Currach (2008), https://youtu.be/aCWFDMnKLyM

OtherLives, Hands Curragh Makers Part 1 (2008), https://youtu.be/ZLKQgTCVinE

B. Rioux, How to build a spruce bark canoe! (2014), https://youtu.be/u6V-v7mVymo

Archanth, Making Coracle (2011), https://youtu.be/FcAzWOBAfo8

W. Lord, Making a Skin Coracle from start to finish (2018), https://youtu.be/TiBUCPHjU_8

Alaska Extreme, Tuktu- 2- The Big Kayak (how to build a kayak out of driftwood), https://youtu.be/tKbwNdes0SY

INBAROfficial, Process of Bamboo Coracle Making – training video (2019) https://youtu.be/X7sguD1pO84


Fellboote auf Instagram

Dienstag, 18. Mai 2021

7000 Jahre Salz: Wasserkanone – der erste Schritt zum Blick in die Steinzeit

Die ältesten Funde aus dem Bergwerk Hallstatt und dessen Umgebung sind 7000 Jahre alt und belegen eine sehr frühe Salzgewinnung.

Steinzeitlicher Hirschgeweihpickel 
(Bild: D. Brandner – NHM Wien)

Wie sich der Salzbergbau von diesen ersten Anfängen in der Steinzeit bis zum bronzezeitlichen Bergbau, welcher ab 1300 v. Chr. nachgewiesen ist, entwickelt hat, kann aktuell noch nicht gesagt werden. Untersuchungen in einem Moor oberhalb des Salzbergtales zeigen aber, dass ab 4300 v. Chr. bis heute eine ständige menschliche Präsenz vorhanden war (Festi et al.).
 

Prospektion im Siegmoos oberhalb von Hallstatt und Bohrkern
aus dem Moor.(Bild: H. Reschreiter – NHM Wien)

Der bronzezeitliche Bergbau wurde um 1061 v. Chr. durch einen Erdrutsch unterbrochen (Grabner et al. 2021). Der darauffolgende Bergbau erreichte gigantische Dimensionen und schaffte Abbaukammern von 300 Metern Länge und bis zu 20 Metern Höhe (Archon Barth, Reschreiter).

Querschnitt durch den Hallstätter Salzberg mit der
Rekonstruktion des ältereisenzeitlichen Bergbaus 
(ca. 750-662 BC) in blau. (Bild: D. Brandner – NHM Wien)
Auch dieser Betrieb wurde um 662 v. Chr. verschüttet (Grabner et al. 2021). Der Neubeginn der Salzproduktion erfolgte unmittelbar danach. Die Auswertung von frühneuzeitlichen Vortriebsdaten zeigt, dass es auch mit relativ weichen Bronzewerkzeugen in wenigen Monaten gelingen konnte, wieder einen funktionierenden Bergbau einzurichten (ArchOn Unterberger). Weitere Erdrutsche folgten. Die Hallstätter Gemeinschaft und ihr Netzwerk waren aber so stabil und resilient, dass ein Wiederaufbau der Infrastruktur und ein Neubeginn im Bergbau jedes Mal möglich war – bis heute.

Die Daten aus dem Moor geben bereits sehr gute Anhaltspunkte über die Entwicklung der Salzproduktion über die letzten 6300 Jahre. Wir wollen aber auch den Beginn der Salzgewinnung feststellen, die Betriebsphasen des Bergbaus über die letzten 7000 Jahre noch besser fassen und das Ausmaß und die Häufigkeit der Rutschungen erforschen. Überdies ist es uns wichtig die Reaktionen auf diese Katastrophen zu verstehen.

Die Seekernbohrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Antworten auf diese Fragen in den Ablagerungen am Seeboden gespeichert sind. Die Zuflüsse des Sees schwemmen nach jedem Gewitter, nach jeder Rutschung feine Sedimente in den See.

Trübung des Hallstätter Sees nach einem Gewitter.
(Bild: H. Reschreiter – NHM Wien)

Diese sinken gemeinsam mit Pflanzenteilen, Blütenstaub, Insektenteilen und Zellteilen von Lebewesen, die am und um den See leben, langsam auf den Seeboden und bilden dort eine dünne Sedimentschicht. Auch Schwermetalle, die in der Luft sind, finden ihren Weg in die Sedimentschichten – ähnlich wie im Moor über Hallstatt, wo diese erst kürzlich nachgewiesen werden konnten (Knierzinger et al.2021).

Jedes Hochwasser- und Rutschungsereignis hat so seit der letzten Eiszeit vor 16.500 Jahren eine dünne Schicht am Seeboden entstehen lassen.

Feine Sedimentschichten vom Boden des Hallstätter
Sees. (Bild: H. Reschreiter – NHM Wien)
Erste Auswertungen von Seekernbohrungen aus Hallstatt zeigen, dass in diesen Sedimentschichten die Murenabgänge rund um den See, welche zu erhöhtem Sedimenteintrag führen, gut erkannt werden können (Strasser et al. 2020).

Der Seeboden – ursprünglich eine blanke vom Gletscher ausgehobelte Felswanne – ist jetzt mit zig Metern feinstem Sediment bedeckt. Ausgehend von den obersten Schichten der letzten Jahre können, wenn tiefer gebohrt wird, immer ältere Sedimente erreicht werden. Der Seeschlamm, kann, wenn man weiß wie, wie ein sehr exaktes Geschichtsbuch gelesen werden – von heute beginnend bis in die Eiszeit.

Und genau dieses einmalige Geschichtsbuch, diese Seesedimentschichten, wollen wir gemeinsam mit unseren Forschungspartnern heben und detailliert analysieren. Die erste Bohrung in Hallstatt 2012 und die Nachfolgebohrung 2016 haben gezeigt, dass es möglich ist und dass hervorragende Ergebnisse erzielt werden können, dass aber auch noch zwei Herausforderungen gemeistert werden müssen.

Bohrung im Hallsttätter See 2012. (Bild: H. Reschreiter – NHM Wien)

Zum einen haben wir in den bisherigen Bohrungen regelmäßig große Unterwasserrutschungen in den Seesedimenten angetroffen. Diese sind auf Grund ihres hohen Sand- und Kiesanteils schwer zu bohren und können die Abfolge der Sedimentschichten durcheinander bringen. Zum anderen haben wir gesehen, dass die bisherigen Bohrungen, welche bis in 15,6 Meter Tiefe der Sedimentschichten vorgedrungen sind, gerade einmal 2300 Jahre in die Vergangenheit zurück reichen. Diese Bohrtiefe stellte aber das Limit der bisherigen Bohrtechnik dar. Damit war bisher keine Möglichkeit vorhanden, bis in die Steinzeit-Schichten zu bohren, welche wir ab einer Tiefe von über 30 Metern erwarten.   

Die Anforderungen waren damit klar – eine Stelle finden, an der die Seesedimente nicht durch Unterwasserrutschungen gestört sind und eine Technik zu haben, um wesentlich tiefer bohren zu können.

Beides ist nun nach langen Vorarbeiten in einem internationalen Projekt möglich. Eingebettet in die Forschungskooperation aus Universität Innsbruck, Naturhistorischem Museum Wien, Universität Bern und Geoforschungszentrum Potsdam wird von der Firma Uwitec eine völlig neu entwickelte, riesige Bohrplattform am Hallstätter See verankert. Die ersten Tests haben gezeigt, dass mit dieser Technik über 60 Meter Seesedimentbohrkerne gehoben werden können – und es damit möglich sein sollte, in Hallstatt bis in die Steinzeit zurückschauen zu können. Über die Bohrung berichten wir dann an dieser Stelle, wenn es so weit ist.

Um aber diese Bohrung vorzubereiten, war es notwendig den geeigneten Platz dafür am Seeboden zu lokalisieren. Dafür wurde der Hallstätter See in den letzten Tagen systematisch mit einer sogenannten Airgun (deutsch: Wasserkanone) abgefahren.

Die Airgun verstaut und montiert am
Boot der Feuerwehr Hallstatt.
(Bild: K. Kowarik – NHM Wien)

Bei dieser Methode wird mit Hilfe eines sehr leistungsstarken Kompressors Druckluft erzeugt, welche über ausgeklügelte Regler und Leitungen zu einer Druckluftkammer führt, die im Wasser hinter dem Forschungsboot nachgezogen wird. 20 Mal in der Minute wird die Kammer ruckartig geöffnet und die ausströmende Luft erzeugt eine Druckwelle. Diese Druckwelle pflanzt sich im Wasser fort und dringt auch bis zu 50, ja sogar 60 Meter in das Seesediment am Boden des Sees ein. Im Sediment werden die Druckwellen an Schichtgrenzen reflektiert. Diese reflektierten Wellen werden von speziellen Sensoren, welche ebenfalls hinter dem Boot nachgezogen werden, aufgezeichnet.

     
 
Die aufwändige am Boot der Freiwilligen Feuerwehr Hallstatt montierte Elektronik verarbeitet die gemessenen Werte.

Viel Elektronik ist zum Aufzeichnen
der Airgundaten
notwendig.
(Bild: H. Reschreiter – NHM Wien)

Nach der Auswertung geben diese Daten ein recht genaues Bild des Aufbaues der Seesedimentschichten – und können auch zeigen, wenn der Schichtaufbau durch Unterwasserrutschungen gestört ist – selbst wenn dies Rutschungen vor über 2000 Jahren erfolgten und in der Zwischenzeit von mehr als 15 Metern Sediment bedeckt sind.
Schnitt durch die Sedimentschichten
des Sees. (
Strasser et al. 2020)

Die Auswertung der generierten Daten erfolgte in Bern und liefert uns ein Bild der Rutschungen im See in den letzten 3000-4000 Jahren. Zwischen diesen Rutschungen haben wir dann versucht die neue Bohrung zu platzieren.  

Mit dem Airgun Survey ist der erste entscheidende Schritt für die Vorbereitung der Bohrung abgeschlossen worden.

Nun sind wir schon sehr gespannt auf die Bohrung. Alleine der Aufbau der Plattform hat eine Woche in Anspruch genommen. Danach sind 4 Wochen am See veranschlagt – und erst dann wissen wir, ob alles nach Plan verlaufen ist. Wenn die Bohrung aber gut verläuft und wir bis in 50, 60 oder gar 70 Meter Tiefe des Sediments vordringen, dann werden wir die Geschichte Hallstatts und seiner Salzproduktion wesentlich erweitern und verfeinern können und eine recht genaue Vorstellung haben, wann Menschen das erste Mal im inneren Salzkammergut regelmäßig anwesend waren, in ihre Umwelt eingegriffen haben und Bäume gefällt haben – um Salz zu sieden oder um erste Stollen in den Salzberg abzustützen. Die 7000 jährige Salzgeschichte, welche heute von der Salinen Austria AG erfolgreich weitergeführt und von den Salzwelten vermittelt wird, kann dann recht genau rekonstruiert werden.

Mit dieser Bohrung wird es möglich sein viele Daten zum gesamten System rund um die Salzproduktion zu erfassen. Wir wollen verstehen, wie Produktion und Transport, Versorgung und Umweltereignisse, Klimaveränderungen durch die letzten Jahrtausende dieses transalpine europaweite Netzwerk beeinflusst, verändert und geprägt haben.

Mehrere Forschungsprojekte werden an der Auswertung der Seesedimente in den nächsten Jahren arbeiten – und unser Bild zu dieser einzigartigen Kultur- und Industrielandschaft erweitern. So werden wir am 18.4.2022 – zum nächsten Welterbetag – rechtzeitig zum 25-jährigen UNESCO Jubiläum Hallstatts bereits erste Daten dieses aufwändigen Projektes vorstellen können. 


 von Kerstin Kowarik, Michael Strasser, Marcel Ortler, Hans Reschreiter
Editorium: Valentina Laaha, Christian Fasching



Ohne Unterstützung durch

Österreichische Bundesforste

Salinen Austria AG

Salzwelten GmbH

Gemeinde Hallstatt

Gemeinde Obertraun

Österreichische Akademie der Wissenschaften

Universität Innsbruck

Freunde des NHM Wien

wäre dieses Projekt nicht realisierbar gewesen.

 

Bibliographie

Barth, F. E. & Reschreiter, H. 2019. Prähistorische Bergbauspuren im Kernverwässerungswerk des Salzbergwerkes Hallstatt. In: Kern, A., Grömer, K., Kowarik, K. & Reschreiter, H. (eds.): ArchOn Hallstatt 1 (Wien). https://www.nhm-wien.ac.at/en/publications/scientific_series/ArchOn/mining

 

Festi, D., Brandner, D., Grabner, M., Knierzinger, W., Reschreiter, H. & Kowarik, K. 2021. 3500 years of environmental sustainability in the large-scale alpine mining district of Hallstatt, Austria. Journal of Archaeological Science: Reports 35, 102670. https://doi.org/10.1016/j.jasrep.2020.102670

Grabner, M., Wächter, E., Nicolussi, K., Bolka, M., Sormaz, T., Steier, P., Wild, E. M., Barth, F. E., Kern, A., Rudorfer, J., Kowarik, K., Stöllner, T., & Reschreiter, H. 2021. "Prehistoric salt mining in Hallstatt, Austria. New chronologies out of small wooden fragments."  Dendrochronologia 66:125814. https://doi.org/10.1016/j.dendro.2021.125814

Harms, U., Raschke, U., Schwalb, A., Anselmetti, F., Strasser, M., Wittig, V, Wessels, M., Schaller, S,. Fabbri, S., Niederreiter, R. 2020. HIPERCORIG – an innovative hydraulic coring system recovering (post-) glacial sediments from Lakes Mondsee and Constance. Scientific Drilling 28, pp. 29-41. https://doi.org/10.5194/sd-28-29-2020

Knierzinger, W., Festi, D., Limbeck, A., Horak, F., Brunnbauer, L., Drollinger, S., Wagreich, M., Huang, J-J. S, Strasser, M., Knorr, K-H., Reschreiter, H., Gier, S., Kofler, W., Herzig, C. & Kowarik, K. 2021. Multi-proxy analyses of a minerotrophic fen to reconstruct prehistoric periods of human activity associated with salt mining in the Hallstatt region (Austria). Journal of Archaeological Science: Reports 36, 102813. https://doi.org/10.1016/j.jasrep.2020.102670

Kowarik, K., 2019. Hallstätter Beziehungsgeschichten. Wirtschaftsstrukturen und Umfeldbeziehungen der bronze- und ältereisenzeitlichen Salzbergbaue von Hallstatt/OÖ. (Mit Beiträgen von Michael Grabner, Julia Klammer, Konrad Mayer, Hans Reschreiter, Elisabeth Wächter und Georg Winner). Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich 50 (Linz).

Strasser et al. 2020
https://doi.org/10.1144/SP500-2019-178

 Barth, F. E. & Reschreiter, H. 2019. Prähistorische Bergbauspuren im Kernverwässerungswerk des Salzbergwerkes Hallstatt. In: Kern, A., Grömer, K., Kowarik, K. & Reschreiter, H. (eds.): ArchOn Hallstatt 1 (Wien). https://www.nhm-wien.ac.at/en/publications/scientific_series/ArchOn/mining

Unterberger, J. 2020. Der Kaiserin-Christina-Berg am Hallstätter Salzberg: Überlegungen zur bergmännischen Vermessung und Vortriebsleistung. In: Kern, A., Grömer, K., Kowarik, K. & Reschreiter, H. (eds.): ArchOn Hallstatt 2 (Wien). https://www.nhm-wien.ac.at/en/publications/scientific_series/ArchOn/mining