Sonntag, 29. August 2021

Übers Graben, Planen und Konservieren - Wir sind wieder in Hallstatt!

Wie jedes Jahr sind wir auch heuer mit Mitte August wieder in eine neue Grabungskampagne im prähistorischen Salzbergwerk im Hallstätter Hochtal gestartet. Und das auch wieder mit vielen neuen und alten Fragen zum Leben der Menschen in den vergangenen 7000 Jahren, ihrer Arbeitsweise, Technologie, ihrem Umgang miteinander und dem mit ihrer Umwelt.

Blick auf Hallstatt und das darüberliegende Hochtal
über den Hallstättersee. (Bild: D. Brandner - NHM Wien)

Dafür will aber auch einiges vorbereitet sein und so war es Ziel dieser Woche die Fundentsalzungs- und Sclämmanlagen wieder aufzubauen und in Betrieb zu nehmen, im Bergwerk alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, unser Werkzeug an die heurigen Grabungsstellen zu bringen und zu planen, wie es bis Anfang Oktober weitergehen wird. 

Die "alte" und "neue" Fundentsalzungs- und Schlämmanlage sind
wieder aufgebaut und in Betrieb. (Bild: D. Brandner - NHM Wien)

Das Grabungswerkzeug für den Berg wird auf den "Hunt" geladen.
 (Bild: V. Laaha - NHM Wien)

Auf Rollen werden die Materialien in
den Berg zu unserer Fundstelle gebracht.
(Bild: V. Laaha - NHM Wien) 

Im Fokus unserer Untersuchungen steht dabei wieder die bronzezeitliche Fundstelle Christian-von-Tuschwerk. Dort wird die Ausdehnung einer prähistorischen Abbaukammer durch die Erweiterung der Forschungsstollen und Anlegen von Prospektionsbohrungen weiter untersucht. Insbesondere werden wir einen im Vorjahr freigelegten Holzversturz in den ältesten bislang erschlossenen Bereichen des bronzezeitlichen Betriebsabfalls weiter freilegen.

Was ist passiert, wie geht es weiter - Besprechung der Situation
in der Fundstelle. (Bild: V. Laaha - NHM Wien)
 
Außerdem haben wir auch heuer wieder neue Gesichter - die zu Praktikant*innen gehören - dabei, die im Laufe der nächsten Wochen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse bei uns erzählen werden. Wie ein solches Praktikum in Hallstatt ausschauen kann, haben auch zum Beispiel Julia, Svenja oder auch Jonas in den letzten Jahren geschildert. 

Was ist passiert, wie geht es weiter - Besprechung der Situation
in der Fundstelle. (Bild: V. Laaha - NHM Wien)

Doch nicht nur in Hallstatt selbst herrscht geschäftigs Treiben, auch Projekte, die uns die (Ur-)Geschichte der Großregion um den Dachstein, sowie der Besiedlung des Dachsteinplateaus selbst näher bringen sollen, halten uns beschäftigt und versprechen spannende Erkenntnisse. 

Vorbereitungen für die Untersuchungen am Dachsteinplateau.
(Foto: D. Wieser - NHM Wien)

Wie läuft also eine Grabung im Bergwerk ab? Was passiert mit den Funden, wenn sie aus dem Berg kommen? Wie bohrt man in der Bronzezeit Löcher? Verschmutzten die Hallstätter in der Urgeschichte ihre Umwelt? 
Diese und viele weitere Fragen wollen wir uns mit Ihnen/euch gemeinsam stellen. Dazu laden wir auch alle Besucher*innen der Salzwelten ein, bei uns in der Außenstelle "Alte Schmiede" vorbeizukommen und uns bei der Arbeit über die Schulter zu sehen. Die Ergebnisse, Erkenntnisse und Fortschritte unserer Forschungen am und um den Salzbergbau in Hallstatt werden dabei wieder im Rahmen der "Archäologie am Berg" vorgestellt werden. Diese findet diesmal - etwas später als gewohnt -  am 18. und 19. September rund um die Außenstelle des Naturhistorischen Museums am Hallstätter Salzberg statt. 

Was ist passiert, wie geht es weiter - Besprechung der Situation
in der Fundstelle. (Bild: V. Laaha - NHM Wien)

Bis dahin kann man unsere Grabung und Tätigkeit hier auf dem Stiegenblog verfolgen, wo wir auch herzlich dazu einladen durch unsere letzten Grabungen, Projekte und Artikel zu schmökern! 

Glück auf - das Hallstatt-Team
 
                                                                                
                                                                   von Valentina Laaha, Daniel Brandner und Hans Reschreiter 

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