Mittwoch, 19. August 2020

Universum History Hallstatt - Die Salzsaga entsteht

Im zweiten Teil unsere Blogreihe zur Universum History Produktion "Salzsaga Hallstatt" möchten wir euch einige Einblicke zu den Dreharbeiten liefern, die im Bergwerk stattgefunden haben.

Die versammelten Darsteller*innen der "Salzsaga Hallstatt" - ein zum Leben erwachtes Lebensbild der Eisenzeit.
(Bild: C. Fasching - NHM Wien)

Wie schon im letzten Post beschrieben, boten sich hier einige Herausforderungen. Allein ein ganzes Filmteam mitsamt Kamera, Kameraschienen, Garderoben für die Schauspieler*innen und Beleuchtung in den teils engen Stollen unterzubringen erforderte viel Kreativität und Organisation. Auch die Unterstützung der Salzwelten Hallstatt, die einen Transport aller Bauteile und Leute mit dem Grubenhunt möglich machten, war hier essenziell. 

Das Team und Equipment in den Stollen des Salzbergwerks unterzubringen war oft gar nicht leicht.
(Bild: C. Fasching - NHM Wien)

Natürlich ist ein Aufenthalt im Bergwerk für die meisten nichts Alltägliches und so waren neben dem Filmteam, den Schauspieler*innen und den archäologischen Berater*innen auch Sicherheitsbeauftragte der Salinen Austria AG anwesend. Von ihnen wurden die genutzten Stollen vorab noch einmal kontrolliert und sie waren auch jederzeit zur Stelle um Fragen zu beantworten, Messdaten zu nehmen und anfallende Problemchen zu lösen. Hier also ein großes Dankeschön an Axel Palik und Florian Unterberger! 

Die Sicherheitsbeauftragten der Salinen Austria AG überwachten alles akribisch - hier bei der Messung des Sauerstoffs. (Bild: C. Fasching - NHM Wien)

Großes Kino waren natürlich auch alle Feuereffekte, welche maßgeblich für die besonders tolle Stimmung am Set sorgten und von den professionellen Pyrotechnikern der Firma "Sturtzel Spezialeffekte" geplant und durchgeführt wurden. Da offenes Feuer wegen der Rauchentwicklung im Berg normalerweise strengstens verboten ist wurde auch hier durchgehend der Luftsauerstoff gemessen, mit großen Ventilatoren gelüftet und alles genau beobachtet. Dank der besonderen Methode der Spezialeffekte war rauchfreies Feuer möglich (das sogar das Holz wiederverwendbar zurückließ), die Werte damit im grünen Bereich und alles natürlich sehr spektakulär. Vom großen Auftritt der Pyrotechnik haben wir aber beim nächsten Mal noch mehr zu berichten!

Die Pyrotechniker schufen mit Einfallsreichtum beeindruckende aber sichere Feuer zur authentischen Beleuchtung. (Bild: C. Fasching - NHM Wien)

Wir Archäolog*innen hatten ebenfalls unseren Teil beizutragen, so kümmerte sich Helga Rösel-Mautendorfer mit viel Liebe fürs Detail um die authentische Bekleidung und Ausstattung der Schauspieler*innen. Auch Hans Reschreiter vom Naturhistorischen Museum Wien, Leiter der archäologischen Forschung im prähistorischen Bergwerk Hallstatt, und sein Team – unter anderem wir - waren vor Ort und standen der Filmcrew mit Rat und Tat zur Seite. So wurde sichergestellt, dass die Bergbautätigkeiten wie z.B. der Abbau von Salz mit Pickel und Hammer oder der Umgang mit Leuchtspänen auch gemäß dem Forschungsstand gezeigt wurden. Außerdem kochten wir mit einem eisenzeitlichen Ritschert auf, welches die hungrigen Bergleute in einer weiteren Szene verspeisen durften.

Gespannt lauscht das Team der Erklärung von Archäologe Hans Reschreiter zur Technik des Salzabbaus der Eisenzeit. (Bild: C. Fasching - NHM Wien)

Die mitwirkenden Schauspieler*innen setzten sich aus einem bunt gemischten Team zusammen. Neben bekannten Gesichtern aus Film und Fernsehen, wie Maria Hofstätter, Fanny Krausz und Matthias Franz Stein, wurde auch Mitgliedern der Kelten-Reenactment-Szene, Personen aus der Umgebung Hallstatts, sowie Bergleuten der Salinen Austria AG die Möglichkeit geboten, in dieser Produktion mitzuwirken. Gerade diese bunte Mischung regte den Austausch über das Hallstatt-Projekt und die 7000 Jahre alte Bergbautradition im und um den Hallstätter Salzberg an.

Die nach aktueller Forschungslage rekonstruierte Tracht der Hallstätter Bergleute. (Bild: C. Fasching - NHM Wien)

Durch die erstklassige Zusammenarbeit aller Beteiligten wurde ein unglaublich detailreiches und wissenschaftlich höchst authentisches Bild der Arbeit und des Lebens im eisenzeitlichen Bergbau von Hallstatt gezeichnet. Außerdem konnte jeder für sich einen Teil mehr Einblick in die Arbeit und Fachgebiete der anderen mitnehmen.

Schon kann die Technik zum Brechen des Salzes ausprobiert werden. Sie erfordert ein eingespieltes Team.
(Bild: C. Fasching - NHM Wien)

Soweit zum Dreh im Bergwerk, wir lesen uns das nächste Mal mit ein paar Eindrücken von Drehtag Nr. 3 mit See, Weitblick und lodernden Flammen!

von Valentina Laaha und Christian Fasching

Im Schein des Feuers erwacht die Eisenzeit Hallstatts zum Leben. (Bild: C. Fasching - NHM Wien)

Stimmungsvoll fängt die Kamera das originalgetreue Lebensbild ein. (Bild: C. Fasching - NHM Wien)

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