Mittwoch, 1. Juli 2020

Universum History Hallstatt


Es freut uns sehr, dass wir an dieser Stelle ein neues Projekt vorstellen können: im Rahmen eines Universum History Films wird gerade das Leben des Mannes im Salz und seiner Zeit verfilmt. Der Film wird von der Degn – Film Produktion für den ORF produziert und wir von der Bergbauforschung und der Textilforschung der Prähistorischen Abteilung im Naturhistorischen Museum liefern die wissenschaftlichen Grundlagen für die Umsetzung. Regie führt Katharina Heigl, die mit diesem Film zu ihren Wurzeln zurückkehrt – sie ist auch ausgebildete Archäologin.

Der Film spielt um 662 v. Chr. und thematisiert die Welt der Hallstätter Bergleute, ihre Arbeit, ihr Leben aber auch die Herausforderungen, wie Umweltkatastrophen, die sie zu meistern hatten. Die Welt der prähistorischen Bergleute wird durch Reenactmentszenen vorgestellt. 

Erste Dreharbeiten im Salzbergwerk Hallstatt.
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)
Über den Inhalt des Films, wollen wir an dieser Stelle nicht zu viel verraten – nur so viel, dass, wie bei Universum History üblich, Expertinnen und Experten zu Wort kommen, die die Spielfilmszenen erklären und die Hintergrundinformationen liefern und die Geschichte durch die Reenactmentszenen getragen wird.

Die Drehorte werden die vielseitige Geschichte Hallstatts widerspiegeln: vom Salzbergwerk, den Fundstellen Eisenzeit, wo auch der berühmte Mann im Salz 1734 gefunden wurde bis zum malerischen Ort Hallstatt, auf dessen Friedhof ebendieser verunglückte Bergmann bestattet wurde. Auch das bekannte Beinhaus mit seinen traditionell bemalten Schädeln wird eine Rolle spielen – vielleicht sind die Gebeine des Mannes im Salz heute noch unter ihnen. 

Eine Besonderheit, die die Salzproduktion in Hallstatt ausmacht, ist der Umstand, dass in dieser Region seit 7000 Jahren Salz gewonnen wird – bis heute. Neben der urgeschichtlichen, wird natürlich auch die moderne Salzproduktion beleuchtet, inklusive einem Einblick in die beeindruckende Salzlagerhalle der Salinen Austria AG in Ebensee. 

Natürlich darf auch der Blick hinter die Kulissen des NHM Wien nicht fehlen. Fundstücke aus der Eisenzeit werden effektvoll in Szene gesetzt, im Schausaal wie auch dem Depot, wo viele Stücke gelagert sind, die man sonst als BesucherIn nicht zu Gesicht bekommt. 

Um den Filmbetrachtern die Arbeitswelt der Bergleute um 670 v. Chr., das Salzbergwerk, darstellen zu können, wurde das umfangreiche Kamera- und Lichtequipment auf und in den Salzberg geschleppt und Salz in all seinen Formen im Überblick und im Detail auf Datenträger gebannt. 

Auch das ausgeklügelte Logistik- und Transportwesen, das bereits in der Urgeschichte essenziell für den Salzhandel war, wird vorgestellt. So auch eine ethnologisch vergleichbare, mögliche Verbreitung des Salzes per Ziegenkaravane. 

Nach einer durch COVID-19 bedingten Unterbrechung gehen die Dreharbeiten diese Woche weiter, um die Gesellschaft des Mannes im Salz, ihre Hinterlassenschaften und ihre Erforschung durch die Archäologinnen und Archäologen auf Film zu bannen und zum Leben zu erwecken.


Transport und Logistik waren schon in der Urgschichte essentiell für den Salzhandel. (Bild: D. Brandner - NHM Wien)

von Hans Reschreiter und Fiona Poppenwimmer

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