Montag, 9. September 2019

Ahoi! Der Stapellauf am Hallstätter See


Die Bootsbauer Hans Reschreiter und Jonas
Armbruster lassen ihr Werk zu Wasser.
(Bild: M. Grabner - NHM Wien)
Nachdem wir den ersten Testlauf im Fellboot erfolgreich absolviert hatten, ging es nochmal an den Feinschliff. Die ausgesteifte Kuhhaut stand an manchen Stellen zu sehr über und war darüber hinaus noch gar nicht mit dem Weidengestell verbunden. Ich machte mich also daran die Haut auf Rahmenhöhe runterzuschneiden und flickte die letzten kleinen Löcher mit dem Gemisch aus Fichtenharz und Bienenwachs. 

Für eine Kurzdokumentation der BOKU Wien
wurde der Herstellungsprozess gefilmt.
(Bild: M. Grabner - NHM Wien)
Am Morgen des 24. August war es dann soweit. Das Fellboot wurde aus dem Salzberghochtal an den Hallstätter See verfrachtet. Dort haben wir am Ufer die Haut und das Gestell mittels Pferdehautriemen verbunden und das Boot vor laufender Kamera fertiggestellt. 

Auch das Kamerateam des ORF verfolgt den
Stapellauf gespannt. (Bild: M.Grabner - NHM Wien)
Es waren im Übrigen gleich zwei Kamerateams mit dabei: Sebastian Nemestothy von der Universität für Bodenkultur, der den Bau des Bootes von Beginn an dokumentiert hat und dessen Kurzdokumentation bald auf den Youtube-Kanälen der BOKU sowie des NHM Wien zu sehen sein wird. 

Das zweite Filmteam drehte im Rahmen eines Dokumentationsfilms über das Naturhistorische Museum Wien drei Tage lang bei uns am Salzberg. Die Doku läuft demnächst auf ORF und 3Sat. 

Also Ahoi! Und raus auf den See. Das Ergebnis der sich über mehrere Wochen ziehenden Arbeit kann sich sehen lassen. Unser Fellboot schwimmt, inklusive zwei erwachsener Personen und trägt in diesem
Ohne Probleme trägt das Fellboot zwei
Personen über den Hallstätter See -
die Drohne nimmt jedes Detail auf.
(Bild: M. Grabner - NHM Wien)
Falle rund 150 Kilogramm. Beachtenswert ist dabei der geringe Tiefgang des Bootes. 

Die Überlegungen, ob der prähistorische Salztransport auf diese Weise stattgefunden haben könnte, werden nicht im Keim erstickt, unsere Hoffnungen nicht enttäuscht. Vielleicht wagen wir uns in einer nächsten Versuchsreihe und mit etwas Raftingerfahrung dann auch mal, mit Kernsalz beladen, auf die Traun.

von Jonas Armbruster

Das zufriedene Team vom Naturhistorischen Museum Wien und der Universität für Bodenkultur nach der geglückten Jungfernfahrt vor der malerischen Kulisse von Hallstatt. (Bild: M. Grabner - NHM Wien)



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