Mittwoch, 28. August 2019

Geschäftiges Wochenende - Praktikum in Hallstatt

Ein Flicken aus Pferderohhaut soll
das Loch im Fellboot abdichten.
(Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)
Tag X rückt näher, bald soll das in den letzten Wochen entstandene Fellboot in Hallstatt getestet werden. Doch vorher sind noch wesentliche Nachbesserungen zu erledigen, denn mit Loch im Fell schwimmt sichs nicht lang. 

Deswegen hat Praktikant Jonas sich am Wochenende nochmal hingesetzt, das Nähzeug ausgepackt und sich damit beschäftigt das Boot zu flicken und seetüchtig zu machen. Zum Glück war das Wetter auf seiner Seite, sodass er das Ganze in der malerischen Kulisse des Hallstätter Hochtales erledigen konnte.

Während der Rest der Belegschaft seine Zeit mit Brot backen, putzen, Wäsche waschen, Haus in Stand halten, lesen oder wandern verbrachte, saß Jonas vor der Alten Schmiede und schnitt einen Flicken aus  Pferderohhaut. Hans Reschreiter gesellte sich dazu, um die Riemen zum Befestigen des Bootes am Untergestell aus der Rohhaut zu schneiden. Danach nähte Jonas, nach einiger Diskussion um den zu verwendenden Stich, den eingeweichten und damit biegsamen Flicken außen über das Loch. Bei zwei dicken Lagen Rohhaut ein ziemlicher Kraftakt.
Vorsichtig musste das
Dichtmaterial in alle Ritzen des
Flickens gestrichen werden.
(Bild: F. Poppenwimmer -
NHM Wien)

Da bei vorsichtigem Ausprobieren aber noch durchaus Wasser in das Boot eindrang, stand Jonas gleich vor der nächsten Herausforderung: wie kriegen wir den Flicken dicht?

Wieder wurde diskutiert, schließlich einigte man sich auf ein Gemisch aus Harz und Bienenwachs. Zur Sicherheit wurde auch das draußen vor dem Hochtalpanorama erledigt. Das Wachs-Harz-Gemisch dann allerdings so in und um den Flicken zu gießen und zu streichen bevor es richtig aushärtete, war gar nicht so einfach. 

Aber Hallstätter Praktikanten geben nicht auf und schließlich sah es vertrauenswürdig genug aus,  um einen ersten Stapellauf zu wagen.

Denn der erste Versuch auf dem Hallstätter See soll von gleich zwei Filmteams begleitet werden. Da lohnt es sich schon vor her zu testen, ob die Löcher tatsächlich dicht sind, wie viel Tiefgang das Boot hat und ob es sich eh nicht beim ersten Besteigen gleich mitsamt Mannschaft umdreht.


von Fiona Poppenwimmer


Jetzt wird es spannend: der erste Test wird zeigen, ob das Boot den Anforderungen zum Personen- und Salztransport genügt.
(Bild: F. Poppenwimmer - NHM Wien)


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