Donnerstag, 20. September 2018

Dem Salz folgend - Das Westend

Es geht weiter mit der Vorstellungsrunde unserer Vortriebe im Salzbergwerk von Hallstatt. Heute: Vortrieb 4 - das "Westend".

Übersicht über das Westend - Blick Richtung Süden.
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)
Auch das Westend - der Nummer nach Vortrieb 4 - beschäftigt uns nun schon seit einigen Jahren. Es war im Jahr 2004, die Forschungsfrage der im Christian-von-Tusch Werk nachgegangen wurde war die, nach der Ausdehnung der bronzezeitlichen Abbaukammer, die es einst gewesen war.

Der Nordvortrieb war bereits angelegt um die Querausdehnung festzustellen und anhand der Richtung des Salzzuges (dem sogenannten "Streichen") war klar, dass die Längsausdehnung im rechten Winkel zu diesem Vortrieb festzustellen sein würde.

Dafür wurden weitere Stollen, einer nach Westen, einer nach Osten angelegt, aber lange kein Ende des abgelagerten Heidengebirges oder des eingedrungenen Tagmaterials erreicht. Einzig der Sohle, dem Boden aus festem Salz, konnte nachgegangen werden. Doch eine feste Ulm (die Seitenwände) und First (die Decke) waren weiterhin nicht auszumachen.

Um nicht auf Verdacht weiter zu arbeiten, wurde dann ein weiterer, nach Westen hin abzweigender Vortrieb angelegt - das Westend. Dieser folgte einer Ulm, einer festen Wand aus Salz.

Die prähistorischen Abbauspuren an der Ulm.
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)
Bereits nach wenigen Metern konnten zwei interessante Beobachtungen gemacht werden. Einerseits tauchten bald die ersten Grubenhölzer im Tagmaterial auf, von denen wir heute wissen, dass sie zu dem großen Holzhaufen der
verbrochenen Schachteinbauten gehören. Diesen wurde nach Westen und nach oben hin nachgegangen. Andererseits beschrieb die feste Ulm einen Bogen nach Süden dem man folgte. So bildete sich über die Jahre an Ausgrabungen hinweg eine beachtliche Kammer.  An der First angekommen, konnte man sich daran entlangarbeiten, wo schließlich auch der Anfang des Schachtes ausgemacht werden konnte.

In den letzten Jahren konzentrierten die Arbeiten im Westend sich vor allem auf die Untersuchung des Holzhaufens und seiner Ausdehnung. Auch fanden sich vor wenigen Jahren original erhaltene, prähistorische Abbauspuren an der Ulm. Diese können uns Aufschluß geben, wie hier vor 3000 Jahren Salz abgebaut wurde.

Durch die bei unseren Ausgrabungen im Salzberg seltenen Situation, dass mit dem Westend eine vergleichsweise große Kammer offen steht, ergeben sich nun neue Möglichkeiten. So wurde im letzten Jahr ein Querprofil durch den Haufen an abgelagertem Heidengebirge angelegt, um die einzelnen Ablagerungsschichten besser erkennen zu können. Nun kann der Rest des Heidengebirges, wie auf jeder "normalen" archäologischen Ausgrabung üblich, nach Schichten getrennt, von oben nach unten abgetragen werden. Wir erhoffen uns davon genauere Informationen über die Arbeitsweise und die Benutzungsphasen während der Bronzezeit.
von Fiona Poppenwimmer

Plan der Ausgrabungen im Christian-von-Tusch Werk. (Bild: J. Klammer - NHM Wien)

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