Donnerstag, 12. Oktober 2017

Never ending story - Die Sanierung der Forschungssstollen

Wie jedes Jahr wurden die Stollen im
Salzbergwerk saniert.
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)
Die geplanten Vorhaben für die diesjährige Grabungssaison haben wir im September bereits kurz umrissen. Die zu diesem Zeitpunkt angesprochenen Sanierungsarbeiten sind zu Beginn jeder Grabungssaison notwendig und gehören für uns zum Arbeitsalltag. Dieses Jahr sollten sie uns allerdings länger beschäftigen als geplant.

Unsere Grabungssaison beginnt nach einem altbewährten Muster, mit einem über Jahre gewachsenen Arbeitsablauf. Quartier einrichten, Dokumentationsformulare vorbereiten, Werkzeug zusammensuchen, auf Tauglichkeit überprüfen, in den Berg transportieren und an seinen angestammten Platz räumen. Sicherheitseinschulung und Begehung der Fluchtwege für alle Mitarbeiter.


 Und schließlich Aufräumarbeiten und Sanierung der Stollen und Vortriebe. Im Klartext heißt das, über den Winter verbrochenes Material - meist kleine Mengen an Gestein und Tagmaterial, die durch das Klima im Berg herunterbröseln - zusammenkratzen. 

Viel Material muss dabei ausgefördert
werden. (Bild: D. Brandner - NHM Wien)
Danach werden alle Arbeitsstellen gründlich abgegangen und vor allem die Ulmen und Firste (Wände und Decken) der Stollen genau unter die Lupe genommen.

Denn natürlich steht der Berg außerhalb der Grabungszeit - von November bis August also - nicht still. Die natürlichen Bewegungen des Berges, die auf lange Sicht dafür sorgen, dass jeder entstandene Hohlraum wieder geschlossen wird, bewegen auch das Material, durch das unsere Forschungsstollen gegraben sind.

Dementsprechend sind zu Beginn jeder Grabungssaison einige Stellen sichtbar, an denen sich Gestein und Tagmaterial zu lösen beginnt und mit dem Presslufthammer vorsorglich entfernt werden muss. Wie umfangreich diese Arbeiten sind, ist auch davon abhängig, wie das Klima im Berg in den letzten Monaten war.



Der ausgezimmerte Forschungstollen...
Auch dieser Parameter war dieses Jahr nicht auf unserer Seite. Durch eine zeitweise erhöhte Luftfeuchtigkeit im Bereich des Bergwerkes, an dem sich unsere Grabungsstelle befindet, begann sich deutlich mehr Gebirgsmaterial zu lösen als gewöhnlich. 

Wodurch die Sanierungsarbeiten gut die doppelte Zeit brauchten als in den Vorjahren und dadurch unseren Zeitplan gehörig durcheinander brachten.

So sehr wir aber auch fluchten, ist diese Zeit doch auch Investition in den Fortbestand unserer geleisteten Arbeit. Denn nur so können wir dafür sorgen, dass die gegrabenen Stollen offen bleiben und weiter untersucht werden können. Zu diesem Zweck wurde dieses Jahr auch einer der Stollen vollständig ausgezimmert, also mit Holzeinbauten abgestützt. Damit werden die Instandhaltungsarbeiten im nächsten Jahr auf ein Minimum reduziert.

Und zum Glück sind ja auch die langwierigsten Arbeiten irgendwann erledigt und vorbei, so dass wir uns den weiteren Forschungsvorhaben widmen konnten. Doch davon mehr nächste Woche.


von Fiona Poppenwimmer
...und das zufriedene Team. (Bilder: D. Brandner - NHM Wien)







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