Donnerstag, 8. September 2016

Durchbruch!


Der Durchschlag durch den
Holzhaufen
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)

Woche drei im Hallstätter Salzberg und schon viel ist passiert. An insgesamt drei Vortrieben sind wir beschäftigt und arbeiten mit einem Team von zehn bis zwölf Leuten, was in den Stollen und vor allem bei der Mittagspause schon ziemlich kuschelig werden kann. 

Eines der im letzten Jahr aufgenommenen Profile wird gerade erweitert. Die dort abgebauten, verschiedenen Leuchtspanschichten werden getrennt, vor dem Entsalzen gewogen und das enthaltene Material quantifiziert. Davon erhoffen wir uns einen Hinweis auf die verschiedenen Benutzungsphasen des bronzezeitlichen Bergbaus.
 
Im oberen Vortrieb, in dem in der vorigen Saison bis auf die vom prähistorischen Schachtversturz stammenden Konstruktionshölzer abgetieft wurde, ist sogar ein Durchbruch (im wahrsten Sinn des Wortes) gelungen.

In den ersten Jahren, in denen im Christian von Tusch Werk
Jetzt kann der Holzversturz noch
genauer betrachtet werden
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)
geforscht wurde, stieß man im Hauptvortrieb von unten auf die verstürzten Hölzer. Lange Zeit konnten wir diesen Haufen also nur von unten betrachten und Vermutungen über die Ausmaße und den Aufbau des Schachtversturzes anstellen.

Gestern ist es dann endlich gelungen, den oberen mit dem unteren Vortrieb unter dem Schacht zu verbinden, also klar zu sehen, wie hoch die Lage an Hölzern tatsächlich ist.

Nach der ersten Euphorie über den geschafften Meilenstein die ernüchternde Überraschung:Es handelt sich nicht, wie angenommen, um einen Berg an Hölzern, sondern nur zwei oder drei dünne Lagen, was unsere Vorstellung eines massiven Versturzes über den Haufen wirft.

Eine Erklärung dafür müssen wir noch finden, d
as heißt für uns, zurück zur Theorie. Möglicherweise waren die Verbindungsschächte kürzer als gedacht oder die Schachteinbauten anders aufgebaut.

Das bedeutet wieder lange Nächte, voller Kreidezeichnungen und Befunddiskussionen. Zurück ans Zeichenbrett!

von Fiona Poppenwimmer

Das Team beim Mittagessen im Salzbergwerk Hallstatt - eine kuschelige Angelegenheit
(Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)

Kommentare:

  1. Gestern mit Familie durch Hallstatt bergunter gezeitreist. Wow! So schön und überaus interessant. Erinnere mich nicht, ob und wann ich eine didaktisch so perfekt gemachte Archäologiestunde erlebt habe. Bin stark beeindruckt. Großartige Wissenschaft, grossartig vermittelt! Hat uns allen riesig Spaß gemacht. Das Rutschenfoto, mit dem besonders lieben Blick, musste unbedingt gekauft werden! Leider war damit unser Bargeld alle und unsere KlasseBergfrau konnte ihr wohlverdientes Trinkgeld noch nicht erhalten. Die Führung war sensationell, uns wurde mit so viel Engagement und offensichtlicher Freude ein unvergessliches Erlebnis geschenkt! DANKE ☆☆☆☆☆

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  2. Vielen Dank für das tolle Feedback. Wir freuen uns, dass Sie einen tollen Aufenthalt bei uns in den Salzwelten hatten.
    Liebe Grüße aus Hallstatt,
    Viktoria, Salzwelten-Team

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