Donnerstag, 1. September 2016

Ang'richt is!


Woche zwei im Hallstätter Salzberg, die Baustellen sind bereit, der Abbau kann beginnen.

Um die Fragestellungen der diesjährigen Grabungskampagne im Salzbergwerk Hallstatt klären zu können, werden einerseits bereits vorhandene Untersuchungsstollen erweitert sowie neue Vortriebe angelegt. 

Überblick über die bis 2015
freigelegten Konstruktionshölzer
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)
Im Bereich der zusammengestürzten, bronzezeitlichen Schachteinbauten, deren Überreste wir bereits letztes Jahr teilweise freilegen konnten, werden wir durch weiteres Abtiefen Informationen über dessen genauen Aufbau gewinnen, um das Verstürzen der prähistorischen Abbaukammer besser verstehen zu können. 
Dabei werden wir schrittweise die einzelnen Konstruktionshölzer freilegen, dokumentieren und bergen.


Nicht weit entfernt soll uns ein neuer Vortrieb dabei helfen, einen besseren Einblick zu erlangen wie sich die unterschiedlichen Bergbauphasen der bronzezeitlichen Abbaukammer zueinander verhalten. 

Bei einer herkömmlichen archäologischen Ausgrabung arbeitet man sich normalerweise von der obersten Ablagerung schichtweise nach unten. Im Berg stehen wir allerdings nicht an der Oberfläche der auszugrabenden Fläche, sondern mittendrin. 

Wir schrämen im Bereich der verschneidenden Abbauphasen durch den Betriebsabfall der bronzezeitlichen Bergleute nach oben bis zum letzten Begehungshorizont vor der Verschüttung der Halle.  


Die Scheibtruhen stehen schon für den
Abtransport des Heidengebirges bereit
(Bild: D. Brandner - NHM Wien)
Bevor wir aber mit der Arbeit beginnen können, musste zunächst die nötige Infrastruktur geschaffen werden. Nachdem die bestehenden Untersuchungsstollen überprüft und gewartet wurden um die nötige Sicherheit zu gewährleisten, gingen wir daran Arbeitsbühnen einzubauen. 

Diese dienen teilweise dem Schutz bereits freigelegter prähistorischer Konstruktionshölzer an der Sohle, andererseits dem Erreichen der notwendigen Arbeitshöhe. Damit wir das abgebaute Material leichter abtransportieren können, wurden die Bühnen zusätzlich mit Förderrutschen versehen, über welche die Scheibtruhen einfach befüllt werden können. 

Danach verlegten wir noch Pressluftschläuche für die Abbauhämmer sowie Stromkabel für die Ausleuchtung des Arbeitsplatzes. Nun liegt das Werkzeug bereit und die Arbeit in den Vortrieben kann begonnen werden.

von Christian Seisenbacher, Daniel Brandner und Fiona Poppenwimmer
Die Arbeitsbühne oberhalb des bronzezeitlichen Schachtverbruchs (Bild: D. Brandner - NHM Wien)

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