Freitag, 13. Mai 2016

Alles neu macht der Mai! - "Ich werd auch Archäologin!"


Wie jeden Mai, kamen auch gestern wieder Schulklassen zu uns auf den Hallstätter Salzberg. (Red.)

Einführung in die Urgeschichte
(Bild: F. Poppenwimmer - NHM Wien)
Auch dieses Jahr konnten wir wieder eines unserer speziellen Vermittlungsprogramme anbieten. Wenn wir, sowohl im Frühjahr als auch im Herbst in Hallstatt sind, bieten wir Schülern von 6 bis 16 Jahren die Möglichkeit, uns im Hochtal zu besuchen und einen tieferen Einblick in archäologische Arbeit und die Forschung zu bekommen (nähere Informationen zur Anmeldung bei den Salzwelten). 

Diese Vermittlung ist uns vor allem wichtig, da wir damit das Verständnis für unsere Arbeit und die Relevanz archäologischer Fund und Befunde in der nächsten Generation festigen können. Besonders schön ist es, wenn wir es, so wie dieses Mal, mit Schülern aus der Region um Hallstatt zu tun haben. 

Zwei Klassen der Volksschule Ebensee kamen heute zu Gast und wurden gleich mit einer Führung über das Gräberfeld begrüßt. So viel zum rein theoretischen Teil. Während es für die eine Hälfte der Schüler mit zweien von uns gleich weiter in den Berg ging, konnte die andere Hälfte mit einem allgemeinen Einblick in die Urgeschichte anhand von Funden und Werkzeugrekonstruktionen zum Ausprobieren loslegen. 

Mehl mahlen wie in der Urgeschchte
(Bild: F. Poppenwimmer - NHM Wien)
Außerdem konnten sie handwerkliche Tätigkeiten selbst ausprobieren, kleine Rekonstruktionen von Lindenbastseilen anfertigen und den urgeschichtlichen Produktionszyklus von Brot erleben. Vom ganzen Korn ausgehend, mussten die Kinder dazu erst mit Reibsteinen Mehl mahlen, einen Teig anmischen und dann im Lehmofen backen. Wieder einmal waren alle erstaunt, wie viel händische Arbeit hinter etwas für uns so selbstverständlichem wie Brot stecken kann.

Am Nachmittag wurden die Gruppen getauscht. Auch im Berg konnten die Schüler sich an rekonstruiertem Werkzeug versuchen und auf bronzezeitlichem Weg Salz abbauen. Bei einer Führung durch das Christian von Tusch Werk, erfuhren sie mehr über die archäologische Arbeit im Salzbergwerk. Natürlich enthielten wir ihnen einen Besuch bei der Stiegenschaustelle und damit die besonderen Erlebnisse der hölzernen Rutsche und der Fahrt mit dem Grubenhunt im Besucherbergwerk nicht vor.

Wie immer fragten uns die Kinder, unverblümt, ehrlich und interessiert, gnadenlos Löcher in den Bauch. Wozu grabt ihr eigentlich so lange Stollen in den Berg? Wie haben sich die Menschen in der Bronzezeit verständigt? Woher wussten die damaligen Bergleute, wo sie graben mussten? Da mussten wir zum Teil weit ausholen und unsere Arbeit intensiv hinterfragen und begründen. Auch für uns immer wieder sehr aufschlussreich.
 

Nach einem intensiven Tag entließen wir die begeisterten Volksschüler wieder ins Tal. „Ich komm bald wieder. Und ich werd ich auch Archäologin und arbeite dann bei euch mit!“ rief uns eine Schülerin noch zu. Das hören wir gern, für die nächste Generation der Forschung ist anscheinend gesorgt.

(von Fiona Poppenwimmer)

Programm in der alten Schmiede (Bild: F. Poppenwimmer - NHM Wien)

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