Donnerstag, 4. Februar 2016

Forschungsaufenthalt in Bochum

Förderturm Bochum
(Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)
Ein letzter Blick zum Förderturm - und schon ist der Forschungsaufenthalt am Deuschen Bergbaumuseum Bochum auch wieder vorbei.

Ich hatte die Möglichkeit, an der Forschungsstelle Archäologie und Materialwissenschaften intensiv zu arbeiten und unser Verständnis der Beziehungen der Hallstätter Salzbergbaue mit den umliegenden Kupferproduzenten zu vertiefen.

In diesem Haus sind auf vier Stockwerken Archäometallurgie, Montanarchäologie und Materialwissenschaften vereint. Es weht ein Wind offenen Informationsaustausches durch dieses Haus und man kann hier in die Geschichte des Bergbauwesens und der Metallurgie eintauchen, wie an keinem anderen Ort. 


Die Forschungsstelle Archäologie
und Materialwissenschaft
(Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)
Eine tolle Bibliothek, vermutlich die größte zu Montanarchäologie weltweit, mit einer umfassenden Datenbank, die nach Bergbaukriterien ausgerichtet ist, stand mir zur Verfügung. Es war für mich sehr inspirierend, mit Forscherinnen und Forschern die Zeit zu verbringen, die global denken und ihre Forschungen in den überregionalen Kontext stellen, den großen Überblick im Auge behalten und aber dennoch nicht die Details aus dem Blickfeld verlieren.

Die ältesten bekannten Leuchtspäne der Welt zu sehen – also praktisch die Großelterngeneration der Milliarden von Spänen aus dem bronzezeitlichen Hallstatt – war eines der Highlights. In Jordanien und Anatolien hat das DBM Bergbaue untersucht, die schon im 3. vorchristlichen Jahrtausend mit Spänen erhellt wurden. 

Blick in die Bibliothek
(Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)

Die Kombination aus Ruhr-Uni Bochum und Bergbaumuseum ermöglicht Forschung in faszinierender Form. Der Einblick in das riesige Forschungs- und Vermittlungsgetriebe und die herzliche Aufnahme am DBM und die vielen stimulierenden Gespräche haben den Aufenthalt zu einer sehr wertvollen Zeit für mich gemacht. 

Ich fahre zurück nach Wien und unserer Forschung rund um Hallstatt mit sehr viel neuer Literatur, vielen inspirierenden Gedanken und freue mich schon auf ein Wiedersehen mit den Kolleginnen und Kollegen. Und mit dem Wiedersehen natürlich einer Fortsetzung der vielen Diskussionen – sei es in Wien, Hallstatt oder auf den Ausgrabungen der Kolleginnen und Kollegen im Iran, Anatolien oder Aserbaidschan oder am nahe gelegenen Mitterberg bei Bischofshofen.

Für alle Bergbauinteressierten ist Bochum momentan noch mehr der Nabel der Welt – weil gerade die besten Funde aus Jahrtausenden Bergbaugeschichte in der Sonderausstellung „Bergauf Bergab“ zu sehen sind.

(Von Hans Reschreiter)



(Bild: H. Reschreiter - NHM Wien)

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