Donnerstag, 22. Oktober 2015

Wir bauen einen neuen Lehmofen

Schulklassenprojekte sind ein fixer Bestandteil der Archäologischen Arbeit in Hallstatt. Gemeinsam mit den Salzwelten können wir so seit Jahren Archäologie den nächsten Generationen näherbringen und das Verständnis für unsere Forschung vermehren. Dabei ist Brotbacken seit jeher ein fixer Bestandteil des gebotenen Programms.

Beim Brotbacken wird der gesamte Produktionsablauf vom Rohstoff bis zum Endprodukt nachvollzogen. Damit sollen die Schülerinnen und Schüler auch bezüglich der Rohstoffherkunft und Produktzyklen, die in der modernen Welt oft nur mehr mit viel Aufwand nachzuvollziehen sind, sensibilisiert werden. Das Programm geht von der Auswahl des Getreides und dem anschließenden Mahlen des Mehls von Hand nach prähistorischem Vorbild über das Mischen und Bereiten des Teiges hin zum Heizen des Backofens und natürlich zum Verkosten der fertigen Brote. Elementarer Bestandteil dieser Projekte ist daher auch die Rekonstruktion eines prähistorischen Lehmkuppelofens.


Nachdem der alte Ofen nun schon vor über einem Jahr eingebrochen ist, war es jetzt höchste Zeit einen neuen bauen. Nachdem wir bei den letzten Rekonstruktionen schlechte Erfahrungen mit dem im Hochtal vorkommenden Lehm gemacht haben, kam dieses Mal Lehmpulver zum Einsatz. Dieses wurde mit grobem Kalksand für die Bodenplatte und mit Stroh für die Kuppel gemagert. Wie die vorhergehenden Öfen wurde auch dieser auf einer Stahlplatte gebaut, um ihn transportieren zu können.


Bei der Errichtung eines Ofens wird mit der Herstellung der Bodenplatte begonnen. In diese werden dann bogenförmig Haselruten gesteckt. Die entstandenen Bögen werden mit weiteren Ruten verflochten und bilden so ein stabiles Grundgerüst für den Ofen, das auch die spätere Form der Kuppel vorgibt. Auf das Gerüst wird dann von innen und außen so lange Lehm aufgetragen und verdichtet bis man eine bis zu zehn Zentimeter dicke Kuppel erhält. Anschließend wird die Oberfläche des Ofens noch mit Hilfe von Holznieren gleichmäßig glatt gestrichen und begradigt. Danach muss der neue Ofen nur noch trocknen.



(Von Max Grabner)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen