Dienstag, 21. April 2015

Bast so! – Rohmaterial für das Lindenbastseil


Unsortiertes Rohmaterial
(Bild: Hans Reschreiter - NHM Wien)
In den nächsten Wochen werden wir Euch im Stiegenblog in unserer kleinen Serie "Bast so!"  berichten, wie es uns mit der Rekonstruktion des Lindenbastseiles aus dem Salzbergwerk von Hallstatt ergangen ist.


Letzte Woche ging es an die Herstellung der Rekonstruktion des Lindenbastseiles aus dem Hallstätter Salzberg. Diese Rekonstruktion wird im Juni an der Technischen Universität Chemnitz einigen Belastungstests ausgesetzt werden, die uns weiteren Aufschluss über die Arbeit im bronzezeitlichen Salzbergwerk geben sollen. 

Fachliche wie handwerkliche Unterstützung bekamen wir von den Archäotechnikern Wulf Hein und Rolf Palm von der Firma ArcTech. Außerdem begleitete uns Frank Findeiß von EchtzeitMedia mit Kamera und Tonequipment. Frank wird einen Film für die Wanderausstellung „SALZ BERG WERK“ im Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz produzieren.

Zur Verarbeitung fertige Faserbündel
(Bild: Hans Reschreiter - NHM Wien)

Die Gewinnung und Herstellung des Rohmaterials erledigten Wulf Hein und Rolf
Palm bereits im letzten Frühjahr. Dafür wurden Borke und Bast von mehreren Linden abgezogen und das gewonnene Material anschließend einige Wochen in Wasser eingelegt. Bei diesem als „Rösten“ bezeichneten Prozess, werden gewisse Stoffe in der Pflanzenfaser durch Mikroorganismen gelöst und der Bast verarbeitungsfähig gemacht. 

So standen wir also vor 8 Kilogramm Lindenbast, der nur darauf wartete zu einem Seil zu werden. Bevor wir mit dem eigentlichen Drehen des Seils beginnen konnten, mussten wir den Bast erst in die gewünschte Länge und Breite teilen, sortiert auflegen und bündeln (was uns die weitere Arbeit wesentlich erleichtern sollte). Gleichzeitig wurden dabei Faserstränge, die zu grob für unsere Zwecke waren, aussortiert.


(Von Fiona Poppenwimmer und Hans Reschreiter)

Sortieren und Auflegen der Bastfasern (Bild: Hans Reschreiter - NHM Wien)

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