Samstag, 7. Februar 2015

Unsere Stiege im CT



Die Stiegenteile im Inneren der
Röntgenkammer. (Foto: A. Rausch)
Während im Hallstätter Salzberg das Bettenmachen voran ging, begleitete eine Delegation unseres Teams die Auftritte und Distanzbretter der Stiege auf ihre große Heimreise. Im Naturhistorischen Museum Wien verluden wir die vier sperrigen Kisten auf einen LKW und kutschierten die guten Stücke ins Österreichische Gießerei Institut (ÖGI) in Leoben.

Befüllen des Tomographen und Protokollieren
der Abläufe. (Foto: A. Rausch)
Dort erwartete uns ein Reihe von Profis, die mit uns die letzte High-Tech Analyse durchführten. Jedes einzelne Stiegenbrett wurde nämlich per Computertomograph (CT) untersucht. Dabei werden die Bretter von einer Röntgenquelle durchstrahlt und schrittweise um 360° gedreht, wodurch ein gestochen scharfer Querschnitt abgebildet wird. Für unsere Zwecke optimal, denn dieses wunderbare Gerät liefert uns – völlig zerstörungsfrei – detaillierte Informationen über das Innere der Hölzer. So können wir, oder 
 besser gesagt so kann unser Experte Michael Grabner vom Institut für Holztechnologie der BOKU Wien, bald genauere Aussagen über die Baugeschichte der Stiege treffen.

Prüfende Blicke auf die ersten CT-Schnitte:
Es passt! (Foto: A. Rausch)
Beispielsweise kann anhand der genau sichtbaren Jahrringe das Fälldatum der verwendeten Bäume bestimmt oder die Verarbeitung eines Stammes zu mehreren Stiegenteilen festgestellt werden. Im weiteren Vorgehen wird Michael Grabner auch noch alle durch die Katastrophe eingeschwemmten Wurzelstöcke beproben und auswerten. Dadurch hoffen wir dieses für den Bergbau einschneidende Ereignis, bei dem auch unsere Stiege verschüttet wurde, ebenfalls möglichst genau datieren zu können. Das würde uns einen großen Schritt im Verständnis um das Leben der bronzezeitlichen Bergleute voranbringen.


Nachdem wir unsere Stiegenteile zwei Tage beim Rotieren beobachtet und sie genauestens durchleuchtet haben, wurde alles wieder sorgfältig in Kisten verpackt und weiter ging es nach Hallstatt. Dort erwarteten uns schon die Kollegen der Salzwelten, die uns mittels Gabelstapler und Grubenlok halfen die letzten Teile der Stiege wieder nach Hause zu bringen. Eine Nacht müssen die Einzelteile noch im Stollen warten bevor sie – zumindest im verpackten Zustand – in der Schaustelle vereint werden.
 (von Fiona Poppenwimmer)


Nach mehr als einem Jahr kehren die Auftritte und Distanzbretter in das Salzbergwerk von Hallstatt zurück. (Foto: A. Rausch)

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