Montag, 23. Februar 2015

Blick nach vorne und zurück – Tag 17 des Stiegenaufbaus

Teamwork ist in der Hallstatt-
Forschung essentiell.
 (Bild: NHM)
Es ist großartig, wenn ein Projekt, das einen etliche Jahre sehr intensiv beschäftigt hat, in die Zielgerade geht und das Ergebnis dem entspricht, was man sich anfangs erhofft hat.

Vor vier Jahren wurde uns klar, dass wir „unsere“ Stiege abbauen und übersiedeln müssen, wenn wir nicht riskieren wollen, dass der Bergdruck im Hallstätter Salzberg sie weiter verschiebt und verbiegt. Wir haben Workshops gemacht und viele Diskussionen geführt, um die bestmögliche Dokumentations- und Zerlegungstechnik zu ermitteln, um die optimalen Bedingungen für die Zwischenlagerung und die ideale Herangehensweise beim Wiederaufbau zu erarbeiten.

Nun zeigt sich, wie gut diese Vorarbeit gelungen ist: Die Seitenteile der Stiege liegen genauso, wie es für einen schonenden Wiederaufbau notwendig ist und die Auftritte und Distanzbretter lassen sich völlig unproblematisch in ihr neues, weiches Salzbett legen. 

Fast die ganze Stiege ist nun wieder zusammengesetzt und es wirkt beinahe so, als würde sie immer noch an ihrer ursprünglichen Fundstelle liegen. Die vielen Überlegungen, die Trocknungstests und die schonende Oberflächenfreilegung machen sich nun bezahlt. Die Stiegenteile liegen wieder lagerichtig vor uns - mit dem noch anhaftenden bronzezeitlichen Originalschmutz, der so viele Informationen beinhaltet, die wir mit unseren heutigen Methoden noch nicht vollständig auswerten können.

Während der ganzen Zeit haben uns die Salinen Austria AG und die Salzwelten GmbH bestmöglich unterstützt. Die offene, lösungsorientierte Diskussion bei der Gestaltung der Schaustelle wird am Ende zu einem wissenschaftlich korrekten,  konservatorisch idealen und – wie ich finde – optisch sehr ansprechenden Ergebnis führen.

In die Erleichterung, dass alles so gut gelungen ist, mischt sich aber auch Wehmut, denn nun geht die Zeit zu Ende, in der man die über dreitausend Jahre alten Teile und die darauf erhaltenen Spuren von allen Seiten betrachten konnte. Dank unserer Kolleginnen und Kollegen von der BOKU und dem Österreichische Gießerei Institut (ÖGI) wird das aber auch künftig zumindest virtuell noch möglich sein. 
(Von Hans Reschreiter)

Der Wiederaufbau der Hallstätter Stiege ist fast abgeschlossen. (Foto: Daniel Brandner - NHM)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen