Mittwoch, 7. Januar 2015

Erste Gehversuche - Asparn Tag 2

Hier der zweite Beitrag unserer vierteiligen Reihe zu den Experimenten unserer Studentinnen, die im vergangenen Sommer im Freilichtmuseum MAMUZ Asparn mit Hilfe einer Rekonstruktion die erhaltenen Spuren auf der ältesten Holzstiege Europas aus Hallstatt erforscht haben. (Red.) 

Mara Koppitsch während der Gehversuche (Foto: NHM)
Am zweiten Tag begann der spaßige Teil des Versuchs zu den Spuren an der Stiege aus dem Hallstätter Salzbergwerk. Das Kind in uns kam voll auf seine Kosten, nachdem wir den ganzen – zum Glück sonnig warmen – Tag damit verbrachten, durch gewässerten Lehm und anschließend über die Stiegen-Rekonstruktion zu stapfen.

Im Vorfeld hatten wir uns darauf geeinigt, vier Möglichkeiten über die Stiege hinauf- und wieder hinunter zu gehen nacheinander auszuprobieren, die entstandenen Lehmspuren zu dokumentieren und auf ihre Plausibilität zu prüfen.

Hinaufgehen (Foto: NHM)
Anfangs konnten wir an den Gesichtern der vorbei kommenden Kollegen noch ablesen, dass sie uns und unseren Versuch für – vorsichtig ausgedrückt – an den Grenzen der Geistesgestörtheit wandelnd hielten. Diesen Eindruck unterstützte vermutlich unsere, zumindest bei gewissen Arten auf die Stufenbretter zu steigen, rutschende, wackelnde und mühsam um Balance kämpfende Körperhaltung. 

 



Hinuntergehen (Foto: NHM)

Dazu sei zu sagen: barfuß und mit Lehm beschmiert büßt man einiges an Stabilität ein, Schuhe waren aufgrund fehlender Funde aus dem bronzezeitlichen Bergbau aber aus dem Versuch auszuschließen. Auch können wir für die Bergleute der damaligen Zeit nicht von unserer körperlichen Konstitution und Balance ausgehen. Denn wer es gewohnt ist barfuß und über Steigbäume zu gehen, meistert die uns gestellte Aufgabe vermutlich etwas müheloser.



So wurden wir also nicht müde, die Stufen auf alle Arten die uns einfielen (gerade, schräg, auf der Kante, mal mit dem gesamten Fuß und dann nur mit den Zehenspitzen) wieder und wieder rauf und runter zu gehen um am Ende wieder in unseren Lehmkübel zu hüpfen und von Neuem nach oben zu wandern. Nach jeder „Gangart“ dokumentierten wir die entstandenen Lehmablagerungen fotografisch, um die Stufen danach wieder vom Schmutz zu befreien und erneut einzudrecken.

Rekonstruktion der Hallstätter Stiege
während des Versuchs. (Foto: NHM)

 

Am Ende des Tages konnten wir zumindest eine Art zu gehen anhand der entstandenen Spuren mit ziemlicher Sicherheit ausschließen. Immerhin etwas, denn auch Negativergebnisse sind letzten Endes Ergebnisse. Auch wenn man das als motivierte Nachwuchswissenschaftlerin anfangs nur sehr ungern zugibt.                                        
(Von Fiona Poppenwimmer)

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