Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ein Modell auf dem Prüfstand – Asparn Tag 1

Eingezeichnete Abnutzungsspuren auf
einer Rekonstruktion der Hallstätter Stiege.
Um die Wartezeit auf weitere Neuigkeiten zur Neuaufstellung der Stiege in den Salzwelten Hallstatt zu verkürzen, werden wir in den nächsten Wochen eine vierteilige Reihe zu Experimenten unserer Studentinnen posten, die sich im vergangenen Sommer eingehend mit den erhaltenen Spuren auf der ältesten Holzstiege Europas befasst haben. Viel Spaß! (Red.)

Im Rahmen der jährlich angebotenen Lehrveranstaltung Experimentelle Archäologie im Freilichtmuseum MAMUZ Asparn an der Zaya, hatten wir im letzten Sommer beschlossen unsere Theorien zur Benützung der Stiege einem ersten Test zu unterziehen. Auf einer Rekonstruktion der Stiege wollten wir verschiedene Arten sich darüber zu bewegen bzw. die Stufen von Ablagerungen zu reinigen ausprobieren. Danach hofften wir, überprüfen zu können, welche Abnutzungsspuren dadurch zu Stande kommen.

Nach einem Transport mit gewissen Hindernissen, ob der - zwar schon verkürzten, aber mit etwas über 3 Metern immer noch sperrigen - Größe der Rekonstuktion, mussten wir im Museum nur noch einen Platz mit geeigneter Steigung für den Aufbau finden. Wie sich noch herausstellen sollte, war der Ort direkt neben dem Völkchen der Steinwerkzeug-Herstellenden ein eher ungünstig gewählter Platz, um barfuß durch den Dreck zu waten, aber im Endeffekt die einzige Möglichkeit.
Angeregte Diskussion mit Hans Reschreiter,
dem Grabungsleiter des Hallstätter Bergwerks.





 Etwas umständliche Bastelei später hatten wir es geschafft, die Auftritte und Distanzen so in die Wangenteile des Modells einzuklemmen, dass es circa unserem derzeitigen Wissensstand um den Aufbau der Stiege entsprach. Leider war die ganze Geschichte immer noch sehr wackelig und wenig trittsicher. Verständlich, da die 2002 entstandene Rekonstruktion in der Ausführung nicht ganz dem Original entspricht. Deshalb mussten wir die gesamte Konstruktion zusätzlich mit Zurrgurten sichern, um uns nicht den Hals zu brechen.
Auswahl der Stiegenbretter.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Tüfteleien, wie wir den Versuch am Besten aufbauen und auswerten, welche der kartierten Stiegenbretter wir als repräsentativ auswählen sollten und damit, die Abnützungen – aufgeteilt in Putzspuren, Flächen- und Kantenschliff – auf dem Modell einzuzeichnen. Am Abend standen wir dann vor unserem Kunstwerk aus mit schwarzem Edding, orange und grünem Leuchtmarker bemalten Stiegenbrettern, die nur darauf warteten von uns und unseren lehmig-dreckigen Füßen betreten zu werden.
                                    

(Von Fiona Poppenwimmer)

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