Montag, 16. Juni 2014

Ende März 2014: Fragen über Fragen

Nach Entdeckung, Freilegung, Zerlegen, Bergung, Dokumentation und Scan die nächste Disziplin im archäologischen Stiegen-Zehnkampf: die technische Aufnahme. 
M. Koppitsch, H. Reschreiter, A. Rausch und F. Poppenwimmer
Im bisherigen Bearbeitungsverlauf hat uns die Stiege immer mehr Rätsel aufgegeben. Wie wurde die bronzezeitliche Stiege aus dem Hallstätter Salzberg gebaut? Welches Werkzeug benutzten die Menschen vor 3000 Jahren? Waren sie Links- oder Rechtshänder? Arbeiteten mehrere Leute gleichzeitig an einem Stiegenteil? War die Konstruktion so durchgeplant, dass Markierungen ins Holz gehackt wurden? Sind noch Spuren vom Fällen und vom Transport zu sehen? Wurden die Auftritte und Distanzbretter schon vorher fertig zugerichtet, oder erst vor Ort genau in die Konstruktion eingepasst? Wie sah die Stiege zur Zeit der Benutzung aus? Wie wurde sie verwendet? War geregelt, auf welcher Seite die Bergleute hinauf- und hinuntergingen? Kam die Stiege nur mit den Füßen der Bergleute in Berührung oder wurden auch Lasten darüber geschleift? Trat man auf die Fläche der Stiegenbretter oder ging man auf der Vorderkante? Weisen die Pickel- und Hackspuren auf den Flächen, auf eine Reinigung der Stiege von Abraum, Salz und Dreck hin? Das sind aber nur einige der Fragen, die wir hoffen mit der technischen Aufnahme der Stiegenteile klären zu können. Wie viele weitere erst die genaue Betrachtung der Hölzer aufwerfen wird bleibt abzuwarten. 

(Von Fiona Poppenwimmer und Mara C. Koppitsch)

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