Donnerstag, 26. Juni 2014

Anfang April 2014: Wie bringt man 3000 Jahre Stiege zu Papier?

Eine Überlegung, die zum ersten Mal schon bei der Erstellung der Formulare im Naturhistorischen Museum zur Sprache kam, war, zur besseren Übersicht und Vergleichbarkeit, alle Auftritte und Distanzen nebeneinander aufzulegen und direkt miteinander vergleichen zu können. Für einige Fragestellungen wäre das hilfreich gewesen, da sich viele Erkenntnisse erst im Vergleich herauskristallisieren. Leider ist es nicht einfach Platz für fast 60 Stiegenteile zu finden, noch dazu wenn der Countdown bis zum Ende ihrer Bearbeitung läuft. Schade! Aber anhand von Diagrammen und Modellen werden wir hoffentlich auch im Nachhinein alle für uns wichtigen Punkte vergleichen können.
A. Rausch, M. Koppitsch & F. Poppenwimmer

Auch stießen wir bald nach Beginn der technischen Aufnahme an die Grenzen der Standardisierung. Denn so sehr wir uns auch bemühten ein allgemeingültiges, auf alle Einzelteile anwendbares Formular zu entwerfen, keine Chance! Kaum dachten wir alles berücksichtigt zu haben, wartete die Stiege schon mit einer neuen Einzigartigkeit auf, um unseren Plan zu durchkreuzen. So schaffen wir es mit vielen Beobachtungen einfach nicht sie zu kategorisieren oder quantitativ auszuwerten, was zum Teil auch am unterschiedlichen Erhaltungszustand der Hölzer liegt. Wie viele Einzelheiten das betrifft, wurde uns erst bei genauerer Betrachtung und  Diskussionen mit Wulf Hein und Richard Darrah bewusst. Auch der für spätere Forschungen auf der Oberfläche der Stiegenbretter belassene Dreck erwies sich alles andere als hilfreich beim Erkennen von Einzelheiten. Streckenweise schon leicht verzweifelt, versuchen wir weiter alle Details schriftlich festzuhalten um die Beobachtungen gegebenenfalls später im Vergleich überprüfen und weiter interpretieren zu können. Eine bronzezeitliche Stiege ist nunmal kein Einbaumöbel! 


(Von Fiona Poppenwimmer)

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